“Avengers: Infinity War” (2018)

© Walt Disney Germany

Filmkritik: Das Marvel-Universum ist in den letzten zehn Jahren unheimlich gewachsen. Alles hat mit “Iron Man” im Jahr 2008 angefangen und es folgten Nachfolger-Filme und immer weitere Figuren bekamen ihre eigenen Filme, darunter “Dr. Strange” (2016), “Black Panther” (2018) und die “Guardians of the Galaxy” (2014 & 2017). Schon mit den ersten “Avengers”-Teilen brachten sie Helden wie Iron Man, Captain America und Thor zusammen. Doch der dritte Teil in der Avengers-Reihe, “Avengers: Infinity War” (OT: “Avengers: Infinity War”, USA, 2018), der  auch zugleich der 19. Film des ‘Marvel Cinematic Universe’ ist, bringt nun fast alle zusammen und überrascht mit einem radikalen Ausgang nach 150 Minuten.

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Nachdem viele der Avengers getrennte Wege gegangen sind, tritt eine neue Bedrohung auf den Plan. Thanos (Josh Brolin), Ziehvater von Gamora (Zoe Saldana), sammelte überall im Universum die Infinity-Steine zusammen, um die Hälfte der Bevölkerung des gesamten Universums auslöschen zu können. Thor (Chris Hemsworth) stellt sich zusammen mit den Guardians und ihrem Anführer Star-Lord (Chris Pratt) gegen ihn auf. Auch bereiten sich Iron Man (Robert Downey Jr.), Spider-Man (Tom Holland) und Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) auf den finalen Kampf vor. So kommt es zur ultimativen Schlacht gleichzeitig auf Thanos’ Heimatplaneten und auf der Erde u.a. in Wakanda, wo der Black Panther (2018) herrscht, zur alles entscheidenden Schlacht.

Die 150 Minuten sind in diesem dritten Avengers-Teil der Regisseure Anthony und Joe Russo unglaublich voll gepackt. Es werden dabei nicht nur viele lose Enden aus verschiedenen Ecken des Marvel-Universums in einem Film zusammengeführt, sondern es herrscht auch eine riesige, fast unüberschaubare Anzahl an Figuren und Charakteren. Dieser Zusammentreffen ganz unterschiedlicher Charaktere (beispielsweise Iron Man und Dr. Strange sowie Thor und Star-Lord) bereitet viel Freude und offenbart den typischen Humor, welche die Fans so lieben und den DC-Comicverfilmungen fehlt. Doch gleichzeitig merkt man in diesem Film die Ernsthaftigkeit der Bedrohung und bekommt zugleich Angst um liebgewonnene Charaktere. Das immer wieder Aufstehen scheint in diesem Film außer Kraft gesetzt zu sein. Das wird einem noch vor dem Vorspann bewusst und so geht es Schlag auf Schlag weiter. Bisher hat es kein Superheldenfilm je geschafft, eine Übermacht so gewaltig aussehen zu lassen und den Verlust so greifbar zu machen wie “Avengers: Infinity War”. So verliert der Film auch über die fast drei Stunden Länge nie an Spannung und auch das Ende ruft die Empfindung wach, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Damit ist den Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely wohl einer der größten Cliffhanger der Filmgeschichte gelungen und sie haben sich gleichzeitig einen Weg voller Möglichkeiten, ja sogar eines Neustarts, eröffnet. Denn auch Superhelden (oder zumindest ihre Darsteller) werden nicht jünger.

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Mit dieser Erzählwucht konnte der Film sogar den Rekordhalter “Star Wars: Das Erwachen der Macht” (2015) in der USA vom ersten Platz vertreiben. Die Narration geht dabei Hand in Hand mit der optischen Ausgestaltung sowie dem wunderbaren Schauspielerensemble. Durch die verschiedenen Einzelstränge ergab sich die Möglichkeit, viele Orte einzubauen. So findet der Kampf sowohl in den Weiten des Universums als auch in dreckigen Lagerhallen statt. Die Filmemacher fügen das alles in einem großen Ganzen zusammen und runden es mit gelungenen CGI-Effekten und Sounduntermalung ab. Doch viel wichtiger ist die Charakterbindung, welche das Marvel-Universum über zehn Jahre immer mehr aufgebaut hat. Manche Schauspieler sind so mit ihren Rollen verschmolzen, dass man sich beispielsweise kaum noch dran erinnern kann, dass beispielsweise Robert Downey Jr. einmal Sherlock Holmes (“Sherlock Holmes”, 2009) oder Anwalt (“Ally McBeal”, 2000-2002) gewesen ist. Doch das gab ihnen auch die Chance, nicht nur charakterlose Superhelden zu schaffen, sondern Menschen mit Herz und Humor, deren Verlust schmerzhaft ist. So hat bestimmt jeder Fan einen anderen Lieblingshelden, doch der Film schafft es, alle Schicksale aneinander zu schweißen. So verschmelzen die letzten zehn Jahre in diesem großartigen vorläufigen Finale und machen mehr als neugierig, wie es 2019 wohl weitergehen wird. So haben die Filmemacher es geschafft sich von den ein oder zwei schwächeren Vorgängerfilmen zu erholen und bombastisches Kino zu schaffen.

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Fazit: Der 19. Film aus dem Marvel Cinematic Universum bringt die vielen unterschiedlichen Charaktere aus den vorhergehenden Filmen zusammen und vereint sie in einer großen finalen Schlacht. Dabei schafft es der Film, sich typischer Elemente, wie seinen amüsanten Schlagabtauschen, treu zu bleiben, aber die Erzählung ernster und radikaler weiter zu spinnen. Die Zuschauer werden dabei über die volle Länge von dem Film in den Bann gezogen und es gibt wohl niemanden, der danach nach Hause geht, und sich nicht fragt, wie es jetzt weitergeht. Dieser Bruch, diese Leistung und die Möglichkeit auf einen kompletten Neuanfang machen “Avengers: Infinity War” zu einem Höhepunkt der Reihe und konnte so in vielerlei Hinsicht überraschen.

Bewertung: 8/10

Kinostart: 26. April 2018, DVD-Start: 18. September 2018

Der Trailer zum Film “Avengers: Infinity War”

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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