“Mouse” (2017)

Kurzfilm / USA / Fiktion / 2017

Filmkritik: Der Kurzfilm “Mouse” ist die dritte Zusammenarbeit des Regie-Duos Logan George und Celine Held. Mit ihrem 11-minütigen Werk nehmen sie die Zuschauer (u.a. auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival) mit auf einen wilden Ritt, welcher zum Schmunzeln und Ekeln gleichermaßen anregt und dabei so viel Wahres erzählt.

 

Während Vanessa (Vanessa Wasche) sich ihre nächste Dröhnung verpasst, futtert Danny (Logan George) munter Bohnen aus der Dose. Auf einmal stößt er auf etwas Unerwartetes und ihnen winkt plötzlich die Chance auf Reichtum und Ruhm. Doch erst einmal muss beschlossen werden, wie man als nächstes vorgeht.

Unter dem Namen ELO Films haben die beiden verheirateten Filmemacher Celine Held und Logan George, den man als Schauspieler aus dem großartigen Kurzfilm “Seth” kennt, schon einige Kurzfilme zusammen realisiert. Im Jahr 2017 erschienen sogar gleich zwei Filme: “Valencia Road” und “Mouse”. Gerade wenn man beide im Blick hat, sieht man, wie breit gefächert ihr Œuvre und die damit einhergehende Inszenierung ist. Bei “Mouse”, eine Geschichte direkt aus der Unterschicht Amerikas, wollten sie zeigen, wie sich eine (falsche) Hoffnung in den Köpfen festsetzen kann. Das tun sie, aber ohne einen moralischen Zeigefinger zu heben, sondern sie nehmen die Sichtweise Vanessas ein und lassen durch eine lockere Inszenierung vor allem auch einen enormen Unterhaltungswert eigene Interpretation und Gesellschaftskritik zu. Dieses kurze Gesellschaftsstück ist so nah an der Realität, aber trotzdem großes Kino.

Das verdankt der Film auch seiner soliden Inszenierung, deren Kameraführung direkt auf die Protagonisten abgestimmt ist. Die Kamera und auch das eingesetzte Tempo orientieren sich an Vanessa und so werden ihre Gefühle auf die Bildsprache stimmig übertragen. Zudem spielen die beiden Hauptdarsteller, Vanessa Wasche und Logan George, ihre Rollen so lebensnah und echt, dass sie damit einen Einblick in ein hoffentlich nicht vertrautes Milieu bieten. Das macht den Kurzfilm “Mouse” mit seiner Geschichte und der stimmigen Bildsprache zu einem rundum gelungen Kleinod.

Fazit: Der amerikanische Kurzfilm “Mouse” von ELO Films (Celine Held und Logan George) erzählt eine überraschende Geschichte, die tief in der Realität verankert ist. Mit hervorragenden Darstellern, darunter dem Regisseur selbst, und einer stimmigen, authentischen Bildsprache ist “Mouse” ein wunderbarer Kurzfilm der Lust auf mehr Werke des Regie-Paares macht, wie der in diesem Jahr erschienene “Caroline”.

Bewertung: 8,5/10

Ihr habt das Glück, dass es den Film online gibt (engl. Sprache). Nutzt die Chance:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu ““Mouse” (2017)

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