Sieben Fragen an Domenico de Feudis

Interview: Im Gespräch erzählte uns der italienische Regisseur Domenico de Feudis mehr über seinen Film  “L’ora del buio” (ET: “The Hour of Darkness”), den die Testkammer auf dem Landshuter Kurzfilmfestival sichten konnte, und worauf er sein Augenmerk gelegt hat. Er erzählt uns mehr von Italien als Filmland, wie er seine Hauptdarstellerin Maria Disegna fand und ob er schon mal an die Verwirklichung eines Langfilms gedacht hat.

The original english language interview is also available.

Dein Kurzfilm “L’ora del buio” lief auf dem 19. Landshuter Kurzfilmfestival und hielt den Atem der Zuschauer an. Wie hast Du die Idee für den Film entwickelt?

Ich bin froh, dass es zu Diskussionen unter den Zuschauern geführt hat. Das war meine Absicht. Ich entwickelte die Idee aus Fällen in den Nachrichten in den USA, die mich faszinierten: Beim Sammeln von Material fand ich mehrere sehr beunruhigende Telefonate und daraus entstand die Idee, den Kurzfilm zu entwickeln.

Auch die Umsetzung ist wahnsinnig gut geworden. Kannst Du uns mehr zu deinem visuellen Konzept erzählen und wie die Dreharbeiten verliefen?

Meine Herangehensweise war sehr einfach: Ich wollte die Zuschauer verängstigen ohne viel zu zeigen. Ich wollte wissen, ob das Ganze nur mit dem Aufbau von Spannung funktionieren konnte, deshalb beschloss ich, eine einzige Szene für den Anruf zu drehen.

Hast Du Vorbilder oder visuelle Referenzen für den Film?

Natürlich liebe ich Hitchcock- und Polanski-Filme, welche eine einzigartige Atmosphäre und konstante Spannung schaffen. Das ist meine Hauptinspiration.

Besonders gut ist auch die Wahl der Schauspielerin Maria Disegna als Sofia. Man ist sofort auf ihrer Seite und trotzdem bleibt ein leichtes Gefühl von Ambivalenz, ob wirklich Gefahr droht. Wie lief Dein Casting ab?

Ja, ich glaube, der Kurzfilm funktioniert dank der Schauspielerinnen. Sie waren alle sehr gut und ich habe sehr gut mit ihnen zusammengearbeitet. Das Casting von Maria Disegna war etwas ganz Besonderes: sie war die erste Schauspielerin, die ich sah … und auch die letzte. Ich wählte sie sofort, ohne andere Schauspielerinnen zu sehen. Ich denke, sie ist eine beeindruckende Schauspielerin. Es ist seltsam, aber wahr, es war ihr erster Film als Schauspielerin.

So packend wie die Geschichte ist und auch wieviel ungeklärt bleibt, könnte man sich wunderbar eine Langfilmvariante davon vorstellen. Geht es Dir genauso?

Auf jeden Fall. Der Kurzfilm ist der Prolog des Langfilms, den ich geschrieben habe.

Kannst Du uns etwas mehr über Deine sonstige Arbeit erzählen und wie es ist in Italien, einem Land das Film-Ikonen in dem Horrorfilm-Genre hervorgebracht hat, Filme zu verwirklichen?

Das italienische Publikum war schon immer von Horrorfilmen begeistert. Regisseure wie Argento, Fulci und Bava haben etwas Wunderbares in der Welt geschaffen, das sich, meiner Meinung nach, nicht wiederholen lässt. Heute sind die Produktionen von Horrorfilmen in Italien sehr selten, oft unabhängig und haben keine Präsenz in Kinos. Obwohl das italienische Publikum gerne Genrefilme im Kino sieht, auch wenn es sich zu 99% um ausländische Filme handelt. Ich hoffe, dass diese Situation so schnell wie möglich geändert wird.

Wie geht es bei Dir weiter? Auf welche folgende Projekte kann man sich freuen?

Tut mir leid, Doreen. Ich bin der typische Italiener, sehr abergläubisch, um darüber zu reden. Ich hoffe, dass ich meine Projekte bald umsetzen kann. Vielen Dank für die Fragen!

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms “L’ora del buio


Interview: In the interview the italian director Domenico de Feudis told us more about his film „L’ora del buio“ (ET: „The Hour of Darkness“), which we saw at the Landshut Short Film Festival, and what he focused his attention on. He tells us more about Italy as film country, how he found his leading actress Maria Disegna and whether he ever thought about the realization of a feature film.

Your short film “L’ora del buio” was shown at the 19th Landshut Short Film Festival and really created a lot of tension in the audience. How did you develop the idea for the film?

I’m glad it created tension among the spectators. That was my goal. I developed the idea thanks to a case of American news that impressed me.While collecting my documents I found several very disturbing phone calls and from there I had the idea to develop the short film.

The realization is really great, too. Can you tell us more about your visual concept and how the shooting went?

My concept was very simple.Trying to scare without showing.I wanted to understand if the result could work only with suspense, so i decided to create a single sequence for the call.

Do you have any inspiration or visual references for the film?

Of course, I love Hitchcock and Polanski’s movies.They create a unique atmosphere of constant tension. My main inspiration is that.

The choice of actress Maria Disegna as Sofia is also particularly good. You’re immediately on her side and yet there’s still a slight feeling of ambivalence as to whether danger is really imminent. How did your casting go?

Yes, I think the short film works thanks to the actors. They were all very good and I worked really well with them together. The casting of Maria Disegna was very special: it was the first actress I saw …. and also the last one. I chose right away, without seeing any other actresses. I think she is a formidable actress. It is strange but true, it was the first time she acted.

Seeing how gripping the story is and how much remains unclear, I could easily imagine a feature-length version of the film. Do you think the same?

Absolutely.The short is the prologue of the film I wrote.

Can you tell us a bit more about your other work and what it’s like to make horror films in Italy – a country that has produced real milestones in the genre?

The Italian public has always been passionate about Horror films. Directors like Argento, Fulci and Bava have created something wonderful in the world that I don’t think can be repeated. Today the productions of horror films in Italy are very rare, often independent and have no distribution in theaters. Although the Italian public loves to watch genre films in theaters, but they are 99% foreign films. I hope this situation will be changed as soon as possible.

What will happen next with you? What projects can we look forward to?

Sorry Doreen, I am the typical Italian and very superstitious to talking about the future! I hope to be able to realize my projects soon. Thank you very much for the questions.

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “L’ora del buio

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