“Skyscraper” (2018)

Filmkritik: Es fühlt sich so an, als ob man Filme mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle in gut und schlecht einteilen. Obwohl man es natürlich nicht pauschal sagen kann, dass die mit der richtigen Portion Humor besser sind, als der Rest, stellt man dies doch immer wieder fest. Wenn der ehemalige Wrestling-Star The Rock sich komödiantisch und etwas selbstironisch gibt, wie beispielsweise in “Jumanji” (2017), wo uns auch bald ein Nachfolger beglücken wird, funktionieren die Filme meistens besser, als die ernsthaften Filme. Leider möchte “Skyscraper” (OT: ”Skyscraper”, USA, 2018) genau das – ernst genommen werden, aber das ist schlicht unmöglich.

Der Veteran Will Sawyer (Dwayne Johnson) hat sein Bein verloren und arbeitet seitdem als Sicherheitsberater. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Hongkong (China), wo er die Sicherheit eines neuen Hochhauses, welches der ganze Stolz von Bauherr Zhao (Chin Han) ist, überprüfen soll. Zusammen mit seiner Frau Sarah (Neve Campbell) und den beiden Kindern Henry (Noah Cottrell) und Georgia (McKenna Roberts) quartiert er sich dort auch vorübergehend ein. Genau zu dieser Zeit planen Verbrecher, das Haus für sich einzunehmen, indem sie kontrolliert Feuer legen. Doch sie haben nicht mit Will gerechnet, der alles daran setzt, sie zu stoppen und seine Familie aus dem brennenden Hochhaus zu befreien.  

Dem Regisseur Rawson Marshall Thurber (*1975) verdanken wir gute Komödien wie “Voll auf die Nüsse” (2004), “Wir sind die Millers” (2013) und “Central Intelligence” (2016). Doch sein neuester Film “Skyscraper”, für den er ebenfalls das Drehbuch schrieb, sollte einen Wechsel in den ernsthaften Filmsektor darstellen, was ihm jedoch misslingt. Das liegt vor allem daran, dass Thurber zwar Filme á la “Stirb Langsam” (1988) und “Flammendes Inferno” (1975) zusammenbringt, aber diese nicht kreativ verbindet, sondern nur genretypische vermischt, so dass einfach nichts Neues daraus entsteht. Typische Gut-und-Böse-Konstellationen, ausländische Bösewichte und eine Familie, die gerettet werden muss, sowie eine militärische Vergangenheit bestimmen den Kanon des Films. Jede Wendung, jeder Kniff ist so bekannt, dass man sich zwangsläufig langweilen muss. Angereichert ist der Film dazu mit Action-Einlagen, welche so richtig nicht passen wollen, da sie fast zu humoristisch überzeichnet sind. Wie soll man sonst eine Szene einordnen, in der ein Mann von einem Kran in ein brennendes Hochhaus springt? So kann der ernsthafte Actionfilm nicht funktionieren und eignet sich durch die zu bekannte Erzählung nicht einmal für leichte Popcorn-Unterhaltung.

Natürlich ist er handwerklich souverän inszeniert. Das Feuer breitet sich bedrohlich aus, die Höhen wirken echt und die Schauspieler sehen wirklich angestrengt aus. Souverän ist die Besetzung vor allem mit Dwayne Johnson, dem man jederzeit jede körperliche Glanzleistung abnimmt. Die Nebenrollen sind eher mit unbekannten Gesichtern besetzt, bis auf Neve Campbell, die man gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat und die ihre großen Erfolge mit “Party of Five” (1994-2000) und der “Scream”-Reihe (1996-2011) feierte. Zusammen genommen ist es formal souverän umgesetzt, aber durch die eintönige Geschichte kommt in diesem Film nie Spannung auf. Zusätzlich kann man die teilweise sehr pathetischen Gefühle von Johnsons Rolle einfach nicht ernst nehmen.

Fazit: Der amerikanische Actionfilm “Skyscraper” möchte eine übersteigerte Variante von “Stirb Langsam” sein, ist aber mit seiner schwachen Charakterausarbeitung, vorhersehbaren Wendungen und vielen Klischees schlicht und ergreifend einfach zu langweilig. Auch wenn Dwayne Johnson eine gute Action-Präsenz liefert, hilft es dem Film nicht, denn dieser ist zu belanglos und nimmt sich viel zu ernst. Da freut man sich doch lieber auf den zweiten “Jumanji”-Film, der 2019 in den Kinos starten soll.

Bewertung: 4/10

Kinostart: 12. Juli 2018, DVD-Start: 15. November 2018

Der Trailer:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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