“Glaspärlan” (2017)

Kurzfilm / Finnland / Fiktion / 2017

Filmkritik: Im Programm ‘Europe in 19 Minutes’ konnte man auf dem diesjährigen Landshuter Kurzfilmfestival den finnischen Kurzfilm “Glaspärlan” (DT: “Die Glasperle”, ET: “The Glass Pearl”) sehen, welcher geschickt eine Coming-of-Age-Geschichte mit einem sozialkritischen Thema verbindet.

Der 12-jährige Daniel (Alvar Af Schultén) wirkt wie ein normales Kind. Doch er stammt aus einer armen Familie, deren Not ihn zwingt, Straftaten zu begehen.

Auf Grundlage des Buches “Kopparbergsvägen 20” von Mathias Rosenlund erzählt der finnische Regisseur Tommi Seitajoki (*1980) eine Geschichte mitten aus dem Alltag. Aus der Sicht eines Kindes zeigt er, wie unsichtbar Armut sein kann und vor allem wie sie sich auf Kinder auswirkt. Dabei geht der Regisseur, der auch das Drehbuch schrieb, einfühlsam vor. Anfänglich weisen nur Details auf die Armut hin sowie das einsame Spielen im Wald. Nach und nach zieht Seitajoki die Dramaturgie an, indem er aus den Spielen ernste Taten werden lässt. Die Kamera von Pietari Peltola folgt dabei dicht dem Jungen. Dieser wird souverän gespielt von Alvar Af Schultén, der es schafft die Diskrepanz zwischen unschuldiger Jugend, dem Dazugehören-Wollen und der ernsten familiären Situation wunderbar ausdrucksstark einzufangen. Eingebettet ist die Geschichte in eine alltägliche Umgebung, an die sich die formale Gestaltung wunderbar anschmiegt: So sind Licht und Farben sind auf Authentizität ausgelegt. So ergeben die Locations, die Inszenierung und die Geschichte selbst ein einfühlsames, beinah reales Portrait eines Jungen.

Fazit: Der finnische Regisseur Tommi Seitajoki schuf mit seinem Kurzfilm “Glaspärlan” einen souverän und authentisch inszenierten Film, der die arme Bevölkerungsschicht thematisiert und wie sich das sozial schwache Verhältnis auf einen Jungen auswirkt, der langsam realisiert, dass seine Kindheit auch anders aussehen könnte.

Bewertung: 7/10

Der Trailer zum Kurzfilm “Glaspärlan”:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

2 Gedanken zu ““Glaspärlan” (2017)

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