„Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ von Lars Simon (2016)

432 Seiten / dtv Verlag / 10 €

© dtv Verlag

Buchkritik: Der in Hessen geborene Autor Lars Simon hat ein offensichtliche Schwäche für skandinavische Krimis und eine Abneigung gegen Unternehmensberater. Beides zusammen mit einen großen Portion Magie vereint er in seinem Roman „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“, welches der erste Band einer geplanten Trilogie ist.

Lennart Malmkvist lebt ein zufriedenes Leben, das vor allem aus seiner sehr fordernden Arbeit als Unternehmensberater besteht. Doch als sein Nachbar Buri Bolmen auf seltsame Weise verschwindet und er überraschenderweise dessen Scherzartikelladen erbt, ändert sich vieles. Nicht nur, dass die Cops ihn für den Mörder halten und seine gelegentliche Affäre Emma verschwindet, sondern bei ihm schleichen sich seltsame Träume ein und er beginnt Übernatürliches zu sehen. Zu aller Krönung beginnt Bölthorn, Buris Mops, eines Tages bei einem Gewitter zu sprechen und erklärt Lennart, dass dieser in einer Welt voller Magie lebt.

Der 1968 geborene deutsche Autor Lars Simon lebte einige Zeit mit seiner Familie in Schweden. Auch wenn er jetzt wieder in Frankfurt ist, hat ihn das nordische Land nicht losgelassen. Nicht nur in seinen früheren Comedy-Romanen „Elchscheiße“, „Kaimankacke“  und „Rentierköttel“ erkennt man die Skandinavien-Liebe, sondern auch in dem magischen Thriller „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“. Es ist gut, wenn man von Anfang an weiß, dass dies nur der erste Teil einer Buchreihe ist und man so auf ein offenes Ende mit auch vielen ungelösten Fragen treffen wird. Dementsprechend lässt der Autor sich auch Zeit die Geschichte zu beginnen. Das gibt ihm die Möglichkeit die Figuren tiefer zu charakterisieren, führt aber hier und da zu Längen, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass man schneller kombiniert hat, als Lennart selbst. Das nimmt dem Roman dann zusätzlich die durchgehende Spannung, auch wenn man wahrlich nicht mit jeder Plotwendung rechnen kann. Menschen, die eine Faible für Zaubergeschichten und nicht allzu ernsthafte Skandinavien-Thriller haben, werden mit dem Buch ihre Freude haben, da Simon auch gerne mehr von dem Land und den Städten erzählt. Leser, die sich mehr einen tierischen Krimi erhofft haben, was gut passieren könnte mit einem sprechenden Mops in einer der Hauptrolle, werden enttäuscht sein. Der Mops ist ganz und gar kein typischer Mops und die Beschreibungen seinerseits eher beleidigend als wohlgefällig. Sprachlich macht der aus der IT-Branche stammende Autor seine Sache gut. Souverän und leichtgängig erzählt er seine Geschichte, ohne dass man an der einen oder anderen Stelle ins Stocken gerät. So ist der Roman „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ im Gesamten souveräne Unterhaltungsliteratur, vor allem für graue Wintervormittage.

Fazit: Lars Simon beginnt mit „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ eine Trilogie angesiedelt zwischen Thriller und Fantasie mit einem Mordfall und einen sprechenden Mops im Zentrum. Souverän erzählt er seine Geschichte, welche Zeit hat, langsam zu starten und damit einen größeren Kosmos aufzubauen. Leider geht durch die eine oder andere Länge oder das Vorausahnen von manchen Plotwendungen die Spannung gelegentlich verloren. Nichtsdestotrotz fesselt der Film bis zum Ende und macht neugierig auf die nachfolgenden Bücher.

Bewertung: 3/5

Der Trailer zum Buch „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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