„Appalachian Holler“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Dokumentarfilm / 2018

Filmkritik: Den deutschen Dokumentarfilmer Matthias Lawetzky verschlug es in die südlichen Appalachen. Im tiefen Herzen von Amerika geht er den Ursprüngen der Blue-Grass- und Countrymusik nach und feierte damit seine Weltpremiere auf dem 61. DOK Leipzig in einem Block mit dem Langfilm „Doel“.

Nach dem Ende der Kohleförderung sind die Bewohner der südlichen Appalachen allein gelassen worden. Ihr Leben ist belastet mit Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung. Abgehängt von der restlichen Welt flüchten sich die meisten Bewohner in die Musik – vor allem Country und Blue-Grass – welche hier ihren Ursprung hat.

Weil er die Musik liebt und einen Stoff für seinen Abschlussfilm suchte, machte sich Matthias Lawetzky (*1986), Student an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, nach Amerika auf und realisierte das Projekt fast im Alleingang. Er war mehrere Wochen im Appalachen-Gebiet, sprich den amerikanischen Bundesstaaten Virginia, North Carolina und Tennessee, unterwegs und ging dort auf die Menschen zu. Da der Landstrich von Armut und einer Vorliebe für Trump geprägt ist, fiel die Annäherung bestimmt nicht immer leicht. Doch er gewann das Vertrauen und schuf schlussendlich ein Portrait, was abseits von Politik und Armut, die Liebe zur Musik zelebriert. Er fängt dabei unterschiedliche Strömungen der Country und Bluegrass-Musik authentisch ein, präsentiert bekannte und unbekannte Stücke und vermittelt ein Lebensgefühl, welches durch die Musik bereichert wird. Der 29-minütige Kurzfilm schafft es so, nicht nur ein überzeugendes Portrait der Musik und ihrer Wurzeln zu sein, sondern auch die Menschen und die Gegend der Appalachen stimmig einzufangen. Dafür bekam er verdientermaßen den Hochschulpreis für den besten Abschlussfilm.

Fazit: Matthias Lawetzkys Dokumentar-Kurzfilm „Appalachian Holler“ entführt den Zuschauer in die Appalachen und erforscht die Ursprünge der Countrymusik. Gleichzeitig liefert er ein überzeugendes Portrait der Menschen dieser Gegend und vermeidet es dabei die Menschen in Schubladen zu stecken und zu pauschalisieren.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Film „Appalachian Holler“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

3 Gedanken zu “„Appalachian Holler“ (2018)

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