„Oro Blanco“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland, Argentinien / Fiktion / 2018

Filmkritik: Auf dem 61. DOK Leipzig lief der Dokumentar-Kurzfilm „Oro Blanco“, was übersetzt so viel wie weißes Gold bedeutet. Er prangert unverblümt die Misswirtschaft in Argentiniens Salzwüste an und stellt in starken und auch schönen Bildern den Kontrast zwischen dem Leben der Einwohner und dem Raubbau der Westler heraus.

In den Salzwüsten im Nordwesten Argentiniens leben die Einheimischen von Lama-Zucht und traditionellen Salzabbau. Dafür benötigten sie auch die spärlichen Wasserquellen. Doch seitdem Lithium in dieser Gegend abgebaut wird, wird das Wasser immer knapper und raubt ihnen ihre Existenzgrundlage.

Die mexikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Gisela Carbajal Rodríguez hat an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München studiert und schuf mit „Oro Blanco“ ihren Abschlussfilm. Auf das Thema kam sie durch ihre Kamerafrau Rina Zimmering. So machten sie sich auf den Weg nach Argentinien, gewannen über einen längeren Zeitraum hinweg das Vertrauen der Einwohner und konnten so ihren 23-minütigen Dokumentarfilm realisieren. In der Zeit, in der sie dort lebten, fingen sie in realistischen Bildern das Leben und Arbeiten der Bevölkerung ein. Dieses wird bestimmt von Lama-Aufzucht und Salzgewinnung. Die Bedrohung von außen nimmt ihnen mehr und mehr die Existenzgrundlage, durch den Verbrauch des wenigen Wassers. Doch Gisela Carbajal Rodríguez und ihr Team wählten einen anderen Weg, als direkt die Schäden einzufangen. Sie zeigen die Schönheit der Natur, ihre Unberührtheit und nur im Hintergrund lässt die Gefahr sich erahnen. Doch es ist auch nicht nötig, es detaillierter zu zeigen. Denn die Protagonisten sprechen die Kritik und ihre Ängste offen aus und richten die Botschaft klar an die Zuschauer, welche alle durch den Besitz oder die Nutzung neuer Technologie einen Teil dazu beitragen. „Oro Blanco“ ist ein moralischer Film, der Informationen durch schöne Bilder und Interviews vermittelt und mit seiner klaren Botschaft einen Anstoß zur Besserung sein möchte.

Fazit: Der deutsch-argentinische Kurzfilm „Oro Blanco“ der Regisseurin Gisela Carbajal Rodríguez erzählt eine Geschichte von Naturschändung und Ausbeutung, welche Konsequenzen das nicht nur für die Einwohner, sondern auch weltweit, nach sich zieht. Mit schönen, idyllischen Bildern und seiner klaren Botschaft ruft der Film zum Umdenken auf und schafft ein Bewusstsein für etwas, bei dem lieber weggeschaut wird.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „Oro Blanco“

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

2 Gedanken zu “„Oro Blanco“ (2018)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.