„Lego Movie 2“ (2019)

© Warner Bros. Entertainment Inc.

Filmkritik: Vor fünf Jahren überraschte uns „The Lego Movie“ im Gegensatz zu anderen Spielzeug-Verfilmungen mit seiner gelungenen filmischen Adaption. Virtuell wurden dafür über drei Millionen Steine verbaut und es wurde penibel darauf geachtet, dass es auch in der Realität nachbaubar wäre. Doch nicht nur das: Es wurde im Film munter mit Zitaten gespielt und leichtfüßig Gesellschaftskritik geübt, so dass sogar der Song „Everything is awesome“ 2015 einen Oscar erhielt. Jetzt folgte mit „Lego Movie 2“ (OT: „The Lego Movie 2: The Second Part“, USA, 2019) der Nachfolger, der sich vor allem mit dem Konflikt zwischen Lego und Duplo beschäftigt.

Seit der ersten Rettung der Steinstadt sind fünf Jahre vergangen und sie wird weiterhin regelmäßig von einer schier unbesiegbaren Bedrohung angegriffen. Dadurch verwandelt sich die Stadt in eine Wüste, in der die Menschen nur um ihr Überleben besorgt sind. Als dann noch Lucy, Batman, Eisenbart, Benny und Einhorn-Kitty entführt werden, ist es mal wieder an der Zeit, dass Emmet sich dieser Bedrohung stellt und so reist er seinen Gefährten in eine unbekannte Welt hinterher. Dabei trifft er auf Rex, einen beinharten Kerl, der ihm gleich seine Hilfe anbietet. Zu zweit schlagen sie sich zu der Königin Wasimma Si-Willi durch.

© Warner Bros. Entertainment Inc.

Ein großer Erfolg zieht meistens eine Fortsetzung nach sich. Das Drehbuch für den zweiten Film schrieben wieder die Autoren Phil Lord (*1977) und Christopher Miller (*1975). Umgesetzt wurde es unter der Regie von Mike Mitchell, u.a. bekannt durch „Trolls“ (2016) und „Für immer Shrek“ (2001). Bei der Inszenierung kombinierten die Filmemacher eine klassische Rettungsgeschichte, bei der auch der Held mit seiner dunklen Seite (hier ganz personifiziert) konfrontiert wird, mit einem vorhersehbaren klassischen Plot-Twist. Die Geschichte besitzt dabei wenig Spannung und viel zu viele bekannte Elemente. Aber auch für jüngeren Zuschauer sind die zu ernsthaft als Actionfilm inszenierten Szenen nicht ansprechend. Dass dieser Film nicht für Kinderaugen konzipiert wurde, ist jedem erwachsenen Zuschauer klar, wenn er selbst die Masse an Zitaten und Anspielungen kaum noch auseinanderhalten kann. Dabei werden Justice League, Gandalf, Harry Potter, Bruce Willis und Chris Pratt insbesondere „Jurassic World“ (2015) mit in die Geschichte eingewoben. Viele Seitenhiebe stecken in dem Film und dies bereitet beim Ansehen wohl die meiste Freude. Doch davon allein kann der Film nicht leben. Auch die Ausflüge in die reale Welt mit Darstellern wie Maya Rudolph hätte man sich sparen können. Dass es sich bei dem Gesehenen um die Spielwelten von Kindern handelt, ist wohl jedem klar. Optisch ist der Film natürlich ansprechend und animiert bestimmt den ein oder anderen Lego-Fan, mal wieder seine Steinesammlung hervorzuholen, doch dies und die vielen Zitate sind einfach nicht genug, um die zu langgestreckte und zu stereotype Geschichte trotz manch guten Einfalls unterhaltsam zu machen. Dieser Film hat zu wenig für einen Erwachsenenfilm und zu viel für einen Kinderfilm und kann so mit seinem guten Vorgänger einfach nicht mithalten. 

© Warner Bros. Entertainment Inc.

Fazit: Nach dem enormen Erfolg des ersten Films musste zwangsläufig ein Fortsetzung folgen. Doch „The Lego Movie 2“ spielt zwar wunderbar mit Zitaten und dem Wechselspiel zwischen Steinen und Menschen, aber findet nicht die richtige Balance zwischen Story und Klamauk. Die Geschichte mit einfacher Moral und plattem Humor richtet sich vor allem an Kinder, die aber wahrlich nichts mit der Zitatenflut anfangen können. Die Fortsetzung ist ein seltsames Zwitterwesen, das natürlich gut aussieht, aber nicht an den Erwachsenen-Spaß des ersten Teils anknüpfen kann. 

Bewertung: 5,5/10

Kinostart: 7. Februar 2019 / DVD-Start: unbekannt

Trailer zum Kurzfilm „Lego Movie 2“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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