„Lost Cities – Das Duell“ (1999)

ab 10 Jahre / 2 Spieler / 30 Minuten / Kosmos Verlag / 11,99 €

Spielekritik: Mit „Lost Cities – Das Duell“ fing alles an. 1999 von Reiner Knizia entwickelt, ist es schnell zu einem Spieleklassiker avanciert und besticht mit einem einfachen Spielprinzip. Doch nicht jeder kann sich bedingungslos an dem Spiel erfreuen.

Die beiden Spieler haben die Möglichkeit an fünf Expeditionen zu den entlegensten Winkeln der Erde teilzunehmen. Dabei können sie sich entscheiden ihre Expedition in den Himalaja, den Regenwald, die Wüste, ein Vulkangebiet und unter Wasser zu führen. Dafür legen sie in aufsteigender Reihenfolge Karten ihrer Hand vor sich ab und möchten mindestens so viel Punkte verdienen, dass sie das Startkapital wieder herein bekommen. Zudem kann man noch auf seine eigene Expeditionen wetten, welche am Ende dann mehr Siegpunkte bringen können, denn der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Vor 20 Jahren entwickelte der Spieledesigner Reiner Knizia ein simples Ablegeprinzip, das auf den ersten Blick zu einfach erscheint, um reizvoll zu sein. Doch es funktioniert wunderbar. Abwechselnd entscheidet man sich an welcher seiner fünf (oder einer Variante mit sechs) Farbreihen man anlegen möchte, ob man lieber noch wartet oder eine Karte abwirft, die vielleicht dem Gegner helfen könnte. Sobald der Zugstapel leer ist, sollte jeder Spieler so viele Punkte wie möglich gesammelt haben oder wenigstens aus dem Minusbereich herausgekommen sein. Die richtige Ablage hängt natürlich stark vom Ziehglück des jeweiligen Spielers ab, was dem Spiel einiges an Kritik einbrachte. Das ist schon richtig, aber trotzdem hat man gefühlt in jeder Partie genug eigene Entscheidungsmacht und verschiedene Wege, um ans Ziel zukommen. Fängt man schon früh alle Reihen an, sammelt man zuerst oder beschränkt sich auf wenige Farben, diese Fragen stellen sich bei einer Partie, die man unabhängig vom Glück auch strategisch angehen kann. Der einzige Wermutstropfen ist die Endabrechnung, die ist sehr sperrig und kopfrechenlastig. Doch das Spielprinzip funktioniert wunderbar und so verwundert es nicht, dass es nicht nur ein Brettspiel („Lost Cities – Das Brettspiel“ , 2014) gab, sondern es nochmal zu dem Spiel „Keltis“ upgegradet wurde. Gleiches Spielprinzip, aber die Möglichkeit in zwei Richtungen zu legen und einer bessere Punktezählung erhöhten hier den Spielegenuss und es konnte sogar den Preis ‚Spiel des Jahres 2008‘ gewinnen. Doch als schnelle Zwei-Spieler-Variante funktioniert „Lost Cities – Das Duell“ auch heute trotz Alternativen noch wunderbar.   

Fazit: Das Zweimann-Kartenspiel „Lost Cities – Das Duell“ von Reiner Knizia hat sich mittlerweile als Spieleklassiker gemausert. Auch wenn es die ein oder andere Schwachstelle besitzt, lädt es zum wiederholten Spielen ein und eignet sich wunderbar für zwischendurch.

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

 

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