„Noi“ (2018)

Kurzfilm / Deutschland / Experimentalfilm / 2018

Filmkritik: Der Regisseur Maximilian Welker machte sich Gedanken, wie man das Messi-Syndrom mit filmischen Bildern einfangen kann. Herausgekommen ist der Kurzfilm „Noi“, gesehen auf 30. Bamberger Kurzfilmtagen, der sich auf verspielte Art und vor allem auf einer Gefühlsebene mit dem Thema beschäftigt.

Ein junger Mann will seinem Vater helfen, das Chaos in seiner Wohnung zu bändigen. Doch er erkennt schnell, dass der Vater sich schlecht davon trennen kann, da an allem Erinnerungen hängen.

Der Regisseur und Drehbuchschreiber Maximilian Welker schuf zusammen mit seinem Team einen sechs-minütigen Kurzfilm, der sich auf leichtfüßige Art und Weise mit dem Horten von Dingen beschäftigt. Die Frage, warum Menschen zu viele Dinge behalten, treibt den Film an. Durch den intimen Dialog zwischen Vater und Sohn wird schnell die Emotionalität von Gegenständen ausgelotet. So gibt der Film jedem Zuschauer einen Zugang, denn wer hängt nicht an bestimmten Dingen? Um dies zu bebildern, finden Welker und seine Kamerafrau Sina Diehl eine wunderbare Bildsprache. Die Protagonisten sieht man dabei nicht, sondern nur ihre Hände von oben, die die Dinge halten und weitergeben. Die Materialität wird durch diese Kameraarbeit wunderbar betont und verortet den Film selbst im experimentellen Sektor, da hier eine ganz eigene Bildsprache gefunden wurde. Im Gesamten ist der deutsche Kurzfilm „Noi“ ein leichtfüßiger und rasant erzählter Versuch, das Messi-Syndrom greifbar zu machen und das gelingt wunderbar.

Fazit: Der deutsche Kurzfilm „Noi“ von Maximilian Welker erzählt auf künstlerische, fast experimentelle Weise von zwei Menschen, die damit ringen, welche Gegenstände Erinnerungen bergen und welche Müll sind. Dank der Bildsprache und einem flotten Erzählrhythmus funktioniert der Kurzfilm hervorragend und macht mit viel Humor auf dieses Syndrom aufmerksam.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Noi“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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