Sieben Fragen an Nina Hopf

Interview: Im Gespräch mit der Filmemacherin und Künstlerin Nina Hopf, welche an der Bauhaus Universität Weimar studiert, konnten wir mehr über ihren Anime-Doc „eadem cutis: dieselbe haut“, den verwendeten Animationen und wie die Zusammenarbeit mit ihrem Zwillingsbruder John für dieses Projekt lief.   

Wie kam es zu der engen Zusammenarbeit mit Deinem Zwillingsbruder John Hopf für Deinen Abschlussfilm „eadem cutis: dieselbe haut“?  Kam die Idee von Dir oder von ihm?

Die Idee kam erstmal von mir. Ich habe mir irgendwann in der Hälfte meines Studiums gesagt: „Meine Abschlussarbeit mache ich über meinen Zwilling!“ Das war sehr früh klar. Ich wollte ein kleines „Denkmal“ für ihn machen.

Wie ging es nach der ursprünglichen Ideenfindung weiter? Habt ihr euch vorher darüber unterhalten, was er erzählen möchte oder hast Du genau diese Gespräche bereits eingefangen? Die Worte waren auch bestimmt vor dem Bildern da, oder?

Nachdem ich meine erste Idee für einen Film über John komplett verworfen habe, habe ich sehr viel experimentiert. Teilweise ohne größeren Plan, einfach erstmal Material sammeln. Da habe ich ihn dann gefragt, ob wir ein Gespräch aufnehmen können. Im Nachhinein haben wir dann – teilweise gemeinsam – das Tonmaterial „gefiltert“. Was muss in den Film und ist besonders wichtig? Was kann weggelassen werden? Die Bilder, also die Drucke, kamen danach!

Kannst Du mir mehr zur Ausgestaltung erzählen. War die Entfremdung dabei ein wichtiger Punkt? 

Die Entfremdung war wohl einer der wichtigsten Aspekte. Von Anfang an hat John klar gemacht, dass sein Gesicht nicht gezeigt werden soll. Das kann ich auch gut verstehen! Durch die Körperabdrucke ist es aber möglich, eine extreme Nähe zu ihm und seinem Körper aufzubauen und gleichzeitig eine Anonymität zu wahren. Auch die verwendeten Videoaufnahmen von ihm als Kind sind ja stark verfremdet. Hier war es wiederum wichtig, durch die Verfremdung klar zu zeigen: Das ist die Vergangenheit!

Wie lange hast Du für die Verwirklichung gebraucht?

Alles in allem waren es circa drei Jahre, mitsamt erster Idee und Verwerfung (da das auch ein wichtiger Teil des gesamten Prozesses war)

Wie hat John den fertigen Film aufgenommen? 

Da John sehr stark im Prozess mit eingespannt war und ich mit ihm oft Rücksprache gehalten habe, kannte er den Film natürlich schon in frühen, unfertigen Zuständen. Er selbst sagt aber, dass er sehr überwältigt war, als er das erste Mal Teile des Films gesehen hat.

Kannst Du mir zum Schluss noch ein bisschen mehr über Dich erzählen? Wirst Du dem Animationsfilm treu bleiben? Reizen Dich noch andere dokumentarische Erzählungen?

Ich mache gerade mein Masterstudium an der Bauhaus-Universität. Der Animationsfilm in all seinen Ausprägungen hat einen riesigen Platz in meinem Herzen, momentan konzentriere ich mich aber wieder mehr aufs Illustrieren und Zeichnen. Bei aufwändigeren Animationsfilmen wie meinem Abschlussfilm brauche ich Inhalte, die mich nicht loslassen, damit die Arbeit quasi von allein geht. Deshalb reizt mich das Dokumentarische immer sehr, der Bezug zu einer realen (Lebens-)Geschichte ist da ein starker Ansporn!

Sind bereits neue Projekte geplant?

Aktuell arbeite ich an einer kleinen Graphic Novel. Als nächstes größeres Projekt steht natürlich meine Masterarbeit an, die wieder ein animierter Dokumentarfilm werden soll. Eine Idee gibt es bereits auch schon!

Die Fragen stellte Doreen Matthei

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „eadem cutis: dieselbe haut

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