„eadem cutis: dieselbe haut“ (2019)

Kurzfilm / Deutschland / Experimentalfilm / 2019

Filmkritik: In ihrem Animationsfilm „eadem cutis: dieselbe haut”, welcher als einer der Kurzfilme des Sofa-Screenings des 32. Filmfest Dresden gezeigt wurde, beschäftigt sich die Filmemacherin und Künstlerin Nina Hopf mit dem Thema der körperlichen Identität aus einem persönlichen Blickwinkel. 

John, der Zwillingsbruder der Filmemacherin, erzählt in einem intimen Gespräch, wie er selbst zu seinem Körper steht und warum er schon früh wusste, dass er nur als Mann seine Identität finden kann. 

Schon früh wusste die Künstlerin Nina Hopf, welche an der Bauhaus Universität in Weimar Medienkunst/Mediengestaltung studiert, dass sie einen Animationsfilm über ihren Zwillingsbruder John machen will. Dabei führen sie ein Gespräch über die eigene Identität und wie sehr die Körperlichkeit dafür mitbestimmend ist. Dabei spricht John, der in fast alle Prozesse der dreijährigen Filmerschaffung involviert war, offen über das Thema und gibt so einen intimen Einblick. Unterstützt wird dieses Gespräch von den Animationen. Dafür fertigte die Künstlerin circa 500 Einzeldrucke, entweder Körperabdrücke oder Abbildungen einzelner Filmframes von Aufnahmen aus seiner Kindheit, an. Diese fangen John ein, schaffen Nähe, aber gleichzeitig bewahren sie Johns Anonymität durch eine starke Entfremdung. Die Ausgestaltung besitzt so einen besonderen Reiz und ist mehr in der Kunst als im Film zu verorten. Im Gesamten schuf Nina Hopf einen authentischen Animationsfilm, der sich mit dem Mittel der Entfremdung mit der Identität und den Gefühlen des eigenen Bruder beschäftigt und damit einen gelungenen Beitrag zu dem Thema liefert.

Fazit: Der nur sechsminütige Animationsfilm beschäftigt sich mit dem Thema Körperbewusstsein und Identität. Die Künstlerin Nina Hopf bringt dabei ein Gespräch mit ihrem Bruder durch rund 500 Drucke als Kurzfilm auf die Leinwänden und erzählt von einem wichtigen Thema in einem kleinen, privaten Rahmen.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „eadem cutis: dieselbe haut“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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