„Tram“ (2012)

Kurzfilm / Tschechische Republik, Frankreich / Animation / 2012

Filmkritik: Die tschechische Filmemacherin Michaela Pavlátová schuf mit „Tram“ (OT: „Tram“) einen erotischen Animationsfilm über weibliche Fantasien und lief damit auf vielen Festivals u.a. auch dem 25. Filmfest Dresden.

Die Straßenbahnfahrerin befördert tagein tagaus die Herren in ihren Anzügen durch die Stadt. Während ihrer Fahrt entstehen Fantasien über die vielen Männer und so steigert sich mit dem rhythmischen Rumpeln der Bahn auch immer mehr ihre Lust.   

Für das ‚The Sexperience Project‘, das sich auch mit weiblichen Fantasien beschäftigt, schuf die in Prag geborene Filmemacherin Michaela Pavlátová ihren sieben-minütigen Kurzfilm, der immer mal wieder auch bis heute aufgeführt wird (u.a. auf den 28. Bamberger Kurzfilmtagen 2018 im Sonderprogramm ‚Best of PopPorn‘). Seine Premiere feierte er 2012 in Cannes und schaffte es sogar bis auf die Shortlist der Oscar-Nominierungen im nächsten Jahr. Ohne Worte und mit einer starken Bildsprache erzählt die Animationskünstlerin von der rosigen Straßenbahnführerin, die sich mit ihren Gedanken und Hebbeln in Wallung bringt. Dabei setzt sie starke farbliche Akzente: Der Alltag und die Herren sind grau, aber die Fantasien und die Frau selbst sind von starken rosa und pinken Tönen dominiert. Mit dem ansteigenden Rhythmus der Bahn, unterstützt durch die Musik von Midi Lidi, steigert sich die Anziehung und die Explizität der Vorstellungen immer mehr. Dabei war Pavlátová auch immer eine humoristische Komponente wichtig und das ist ihr auch gelungen, sodass „Tram“ ein gelungener, spaßiger Animationsfilm über alltägliche Fantasien von Frauen geworden ist.

Fazit: Mit dem Rumpeln der Bahn nimmt auch die Lust der Straßenbahnfahrerin zu. Mit einer starken Bildsprache und einem musikalischen Rhythmus erzählt die Filmemacherin Michaela Pavlátová auf humoristische Weise von weiblicher Lust und nimmt die Zuschauer mit auf eine ungewöhnliche Fahrt zwischen Alltag und Fantasie.

Bewertung: 7/10

Den Kurzfilm „Tram“ gibt es kostenlos online zu sehen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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