„Klugscheißer Deluxe“ von Thorsten Steffens (2020)

272 Seiten / Piper Humorvoll / 10 €

© Piper Verlag, Thorsten Steffens

Buchkritik: Der deutsche Autor Thorsten Steffens stellte uns in seinem ersten Buch „Klugscheißer Royale“ Timo vor und wie schwer er es hat, ein Leben als Besserwisser zu führen. In dem fortführenden Buch „Klugscheißer Deluxe“ führt es den Protagonisten an die Universität – ein Ort hoffentlich voller Gleichgesinnter.

Nachdem Timo Seidel, mittlerweile 29 Jahre, sich endlich ein Ziel gesetzt hat – staatlich anerkannter Lehrer zu werden – geht es für ihn an die Uni. Gleich zu Beginn lernt er Lennart kennen, mit dem er beschließt, alle Kurse gemeinsam zu überstehen. Doch neben den Turbulenzen, welche die Kurse selbst mit sich bringen, genau wie die Aussicht auf ein Auslandssemester, lernen die beiden auch noch die Studentinnen Hannah und Sophie kennen, welche ihr Leben ebenfalls durcheinander bringen werden. In der Abendschule, wo Timo seit einem Jahr unterrichtet, geht es auch ebenfalls hoch her, so dass er sich freut, als er aus einer unerwarteten Ecke Hilfe angeboten wird. 

Der deutsche Autor Thorsten Steffens (*1974) hat vor zwei Jahren seinen Debütroman „Klugscheißer Royale“ veröffentlicht und erzählt dabei fröhlich die Geschichte eines jungen Mannes, der nicht so recht weiß, wohin mit seinen Leben und der das Klugscheißen nicht sein lassen kann. Am Ende des Romans hat er endlich eine Richtung – er möchte Lehrer werden. Dieser Ambition geht er nun im zweiten Buch nach, in dem er sich als Endzwanziger an der Uni eingeschrieben hat. Dort beginnt die Erzählung des zweiten Romans, der aber durch diverse Erklärungen, auch ohne das erste Buch funktioniert. Die Schilderungen von Universität, Arbeit, Sorgen, Familienverhältnissen und Alltagsbegegnungen sind dabei wie auch schon beim ersten Buch sehr nah an der Realität. Viel des Humors zieht der Autor aus dem Alltäglichen. Dazu tragen auch Timos Gedanken bei, welche man dank der Ich-Perspektive immer mitgeliefert bekommt. Dadurch kommt es auch zu den Klugscheißer-Passagen, welche oft amüsante Worterklärungen offenbaren. Die Geschichte entwickelt sich über die 272 Seiten mit klassischen Wendungen, etwas Spannung, aber vor allem mit viel Sympathie, so dass man Timo gern bis zum Ende des Semesters folgt. Steffens Schreibstil ist dabei ebenfalls sehr hilfreich, da er leichtfüßig daherkommt und die LeserInnen einfach davon trägt. Rundherum ist der zweite Roman des Autors Steffens wieder gelungen und bietet amüsanten Lesestoff, der sich nicht an ein spezielles Zielpublikum richtet, aber all jene mitnimmt, die Geschichten zwischen Alltag und Komik mögen.

Fazit: Der Roman „Klugscheißer Deluxe“ ist das zweite Werk des deutschen Autors Thorsten Steffens und erzählt die Geschichte seines Debüts weiter. Doch funktioniert er auch wunderbar als eigenständiges Buch, das vom Alltag eines älteren Studenten berichtet, der versucht sein Leben in den Griff zu kriegen. Dabei schafft es Steffens mit leichtfüßiger Sprache und genügend Sympathie eine Geschichte fest verankert in der Realität aber mit einer großen Portion Humor zu erzählen, so dass man seinen Protagonisten gerne durch das Unijahr begleitet und auch gewillt wäre, mehr von seinem Leben zu erfahren. 

Bewertung: 4/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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