„Lucy in the Sky“ (2019)

Filmkritik: Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der amerikanische Regisseur Noah Hawley in seinem Debütfilm „Lucy in the Sky“ (OT: „Lucy in the Sky“, USA, 2019) von den kleinen, unsichtbaren Wunden, welche Astronauten nach ihrer Rückkehr aus dem Weltall haben können.

Lucy Cola (Natalie Portman) kehrt nach ihrer ersten Mission von einer Raumstation zurück auf die Erde. Dort wird sie von ihrem Mann Drew (Dan Stevens) freudig empfangen und von der NASA skeptisch begutachtet. Denn nicht alle Astronauten kehren psychisch stabil zurück. Doch Lucy ist Feuer und Flamme und stürzt sich wieder in die Arbeit. Dazu gehört auch die Bewerbung für die nächste Mission, für die sich unter anderen auch die junge Kollegin Erin (Zazie Beetz) bewirbt. Gleichzeitig fühlt sich Lucy aber zuhause fehl am Platz und flüchtet sich in eine Affäre mit ihrem Kollegen Mark (Jon Hamm). Doch das hilft Lucy auch nicht dabei, sich wieder zu erden.

Zazie Beetz und Natalie Portman

Das Drama „Lucy in the Sky“, geschrieben von  Brian C. Brown, Elliott DiGuiseppi und dem Regisseur Noah Hawley (*1971), der hier sein Regiedebüt gibt, erzählt von einer posttraumatischen Störung der anderen Art. Als erster Film thematisiert er die Gefühle, die viele Astronauten nach ihrer Landung und dem Wiedereinleben empfinden. Dabei deckt er das Spektrum durch unterschiedliche Charaktere ab und fängt mit der Figur Lucy ein Extrem ein. Ihr Verhalten basiert auf einer realen Begebenheit rund um die Astronautin Lisa Nowak, welche 2007 übergriffig auf einen Kollegen wurde. Um diese Ereignisse ranken sich viele Interpretationen, denn die wirklichen Gründe liegen im Dunkeln. Der Regisseur Hawley findet seinen eigenen Interpretationsansatz und macht aus Lisa Lucy. In seiner Geschichte fängt er nicht nur die Arbeit und die Wiedereingliederung in das normale Leben ein, sondern vor allem Lucys Gefühle, welche er auch visuell immer wieder inszeniert. Doch trotzdem fällt es den ZuschauerInnen schwer sich in die Figur hineinzuversetzen. Das führt dazu, dass eine gewisse Distanz zu den Protagonistinnen bleibt und so auch ein Gefühl von Desinteresse und Langeweile entstehen kann, denn der Film inszeniert sich auf eine gediegene Art und Weise. Hawley findet schöne Bilder, welche die Sehnsucht nach der Ferne wunderbar einfangen. Auch zeigt er das Leben und die Arbeit der Astronauten realitätsnah und so bereitet es Freude dem beizuwohnen. Doch am Ende driftet der Charakter der Lucy immer weiter ab und so kann man zwar, dank Natalie Portmans starkem Schauspiel, ihre Gefühle sehen, aber schwer begreifen. Im Gesamten kann man sich auf das gut inszenierte Drama einlassen, doch dafür sollte man eine Schwäche für ruhigere Inszenierungen haben, welche die ZuschauerInnen nicht vollends an ihre Figuren heranlassen. 

Natalie Portman und Jon Hamm

Fazit: Auch wenn der Spielfilm „Lucy in the Sky“ etwas träge daher kommt und scheinbar manchmal seinen Faden verliert, kann er die ZuschauerInnen doch an die Geschichte der traumatisierten Astronautin binden. Das liegt vor allem an den gelungenen Bildern, welche der Regisseur Noah Hawley findet und dem großartigen Cast. Natalie Portman füllt ihre Rolle mit Leben, auch wenn wir sie nicht immer verstehen, stehen wir ihr gerne bei und wollen die Welt aus ihren Augen sehen.

Bewertung: 6/10

Kinostart: 30. Juli 2020 / DVD-Start: noch unbekannt

Trailer zum Film „Lucy in the Sky“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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