Fünf Fragen an Marina Moshkova

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Interview: Im Gespräch mit der russischen Filmemacherin Marina Moshkova konnten wir mehr über ihren Kurzfilm „Blanket“ (OT: „Odeyalko“), gesehen auf dem 32. Filmfest Dresden, erfahren, was ihr bei der Umsetzung am Herzen lag und wie man einen Film besonders ansprechend für Kinderaugen realisieren kann.  

The original english language interview is also available.

Wie ist die Geschichte zu „Blanket“ entstanden? 

Die Idee für den Film entstand ausgehend vom Bild des Wütenden Bären aus der amerikanischen Kinderfolklore. Ich las eine Gutenachtgeschichte über zwei Bärenbrüder – der älteste Bruder war immer kalt und mürrisch und der jüngere war offen und fröhlich. Eines Tages hatte der jüngere Bruder eine Idee – wenn seinem Bruder so kalt ist, dann braucht er buchstäblich nur eine warme Decke! Diese Geschichte war die Inspiration für den Film „Blanket“. Um den Konflikt zu verschärfen, beschloss ich, die Brüder als den Weißen Bären aus dem Norden und den Braunbären aus dem Süden darzustellen.

Deine Zielgruppe ist klar ein jüngeres Kinderpublikum – auf was hast Du bei der Umsetzung geachtet.

Es war mir wichtig, niedliche und attraktive Charaktere zu kreieren und auf den visuellen Teil des Films zu achten. Denn das ist es, was die Aufmerksamkeit der kleinen Kinder zuerst fesselt. Wenn sie die Figuren lieben, würden sie sich alles ansehen! :) Kinder reagieren auch positiv auf den ‚Slapstick‘-Stil des Humors, deshalb habe ich hier und da ein paar kleine Gags eingebaut und die Bewegung der Charaktere karikaturenhafter und cartoonhafter gestaltet.

Kannst Du mir zu den Animationen selbst erzählen. Würdest Du sagen, Du hast schon Deinen eigenen Stil gefunden?

Ich glaube, ich bin irgendwie noch auf der Suche nach meinem eigenen Stil. Jeder Film, den ich gemacht habe, hat einen anderen visuellen Stil, und ich mag es, verschiedene Techniken zu verwenden und jedes Mal etwas Neues auszuprobieren. Aber in Bezug auf die Geschichten, die ich erzähle, glaube ich, dass sie immer etwas gemeinsam haben, wie eine freundliche Botschaft und Humor. Es gefällt mir auch, dass die Figuren im Laufe des Films etwas lernen.

Welche ich Künstler und Werke inspirieren Dich?

Ich bin ein großer Fan von Mark Baker, der wunderbare Kurzfilme gedreht hat und auch der Autor der beliebten Animationsfernsehsendung „Peppa Pig“ ist. Ich schaue zu ihm auf als ein gutes Beispiel für einen Regisseur, der sowohl Autorenkurzfilme machen als auch ein erfolgreiches kommerzielles Projekt realisieren kann. Ich liebe auch Hayao Miyazaki und alle seine Filme.

Kannst Du mir am Schluss noch ein bisschen über Dich erzählen?

Ich bin eine Animationsfilmemacherin aus Sankt Petersburg, Russland. Ich mache Kurzfilme und arbeite auch in einem großen Trickfilmstudio und führe Regie bei Episoden für die Fernsehshows für Kinder. Ich habe eine Zwillingsschwester, die ebenfalls Animationsfilmemacherin ist.

Sind bereits neue Projekte geplant? Bleibst Du dem Kinderfilm treu?

Zurzeit arbeite ich zusammen mit meiner Schwester an dem neuen kurzen Animationsfilm „Steps“. Diese Geschichte wird für ein etwas älteres Publikum sein, aber sie hat immer noch eine freundliche Botschaft. In Zukunft möchte ich Filme auch für Erwachsene machen, weil es interessant wäre, etwas Neues auszuprobieren. Was die Kinderprojekte betrifft, so plane ich, weiterhin im selben Studio zu arbeiten und Episoden für die Kinderfernsehsendungen zu machen, so dass es immer noch ein Teil meines Lebens wäre.

Die Fragen stellte Doreen Matthei
Übersetzung Michael Kaltenecker

Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Blanket


Interview: In conversation with the Russian filmmaker Marina Moshkova we were able to learn more about her short film “Blanket” (OT: “Odeyalko”), seen at the 32nd Filmfest Dresden, what was close to her heart when making it and how to make a film especially appealing to children’s eyes.  

How did the story of “Blanket” come about?

The idea of the film came from the image of the Angry Bear from the American children folklore. I read a bedtime story about two brothers-bears — the oldest brother was always cold and grumpy and the younger one was open and joyful. One day the younger brother got an idea — if his brother is so cold then he just literally needs a warm blanket! This story was the inspiration behind the film “Blanket“. To intensify the conflict I decided to depict the brothers as the White Bear from the North and the Brown Bear from the South.

Your target group is clearly a younger audience of children – what did you pay attention to when you created the story?

It was important for me to create cute and attractive characters and pay attention to the visual part of the film. Because this is what captures the young children’s attention first. If they love the characters, they would watch anything! :) Children also react positively to the “slapstick” style of humour, so I made sure to include some little gags here and there and made the charachters’ movement more caricature and cartoonish.

You can tell me about the animations yourself. Would you say that you have already found your own style?

I think I’m kind of still in search of my own style. Every film that I’ve made has a different visual style, and I like to use different techniques and try something new every time. But in terms of the stories that I tell, I think they always tend to have something in common like a kind message and humour in it. I also like to make the characters learn something throughout the film.

Which artists and works inspire you?

I’m a big fan of Mark Baker, who has made wonderful short films and also is the author of the popular animation TV show «Peppa Pig». I look up to him as a good example of the director who can make both author short films and create a successful commercial project. I also love Hayao Miyazaki and all of his films.

Can you tell me a little bit about yourself at the end?

I am an animation filmmaker from Saint-Petersburg, Russia. I make short films and also work in a big animation studio, directing episodes for the TV shows for kids. I have a twin sister who is also an animation filmmaker)

Are there already new projects planned? Will you stay true to the children’s film?

Currently I’m working on the new short animation film called “Steps” together with my sister. This story will be for a little bit older audience but it still has a kind message) In the future I’d also like to make the film for adults because it would be interesting to try something new. As for children projects, I plan to stay working at the same studio making episodes for the children’s TV shows, so it would still be a part of my life.

Questions asked by Doreen Matthei

Read on the german review of the shortfilm “Blanket

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