„The House of Us“ (2019)

Filmkritik: Der südkoreanische Film „The House of Us“ (OT: „우리집“, Südkorea, 2019) erzählt aus der Sicht von Kindern, wie sich dysfunktionale Familien anfühlen. Dabei schafft es der zweite Spielfilm der Filmemacherin Ga-eun Yoon, dass die Geschichte nicht etwa von Schwermut bestimmt wird, sondern von Freundlichkeit und kindlicher Freude.

Der 12-jährige Hana (Kim Na-Yeon) lebt mit ihrem größeren Bruder (Ahn Jo-Ho) und den sich immer wieder streitenden Eltern (Jang Hye-Jin und Son Suk-Bae) zusammen. In ihrem Sommerferien versucht sie nicht nur ein Schulprojekt – ein Kochbuch – fertigzustellen, sondern auch ihre Familie zu einem Ausflug zu bewegen, der alles wieder in Ordnung bringen soll. Zur gleichen Zeit, in der sie immer wieder an dem Widerwillen der Familie scheitert, lernt sie die beiden jüngeren Schwestern Yoo-Mi (Kim Shi-A) und Yoo-Jin (Joo Ye-Rim) kennen, welche oft allein zu Hause sind. Zu dritt erträumen sie sich eine eigene Welt, welche sie in Form eines Papphauses zur Wirklichkeit werden lassen, und in dem Familien glücklich beisammen sein können.

Kim Na-Yeon, Yoo-Jin und Yoo-Mi

Die südkoreanische Filmemacherin Yoon Ga-eun (*1982) taucht mit ihrem zweiten Film, wie auch schon bei ihrem Vorgänger „The World of Us“ (2015), in die Welt von Kindern ein. Hier erzählt sie die Geschichte dreier junger Mädchen. Sie stecken in zwei Familien, welche keine heile, schöne Welt für ihre Kinder parat haben und wir sehen die Bemühungen dieser Kinder, das zu ändern. Auf kindlich naive Weise, aber doch mit dem richtigen Gespür, versuchen sie die Dinge anzupacken und zu verbessern. Ga-eun entscheidet sich dabei für einen konsequenten Blickwinkel aus der Sicht der drei Töchter. Dieser Perspektive bleibt sie bis zum Ende treu und kann sich wunderbar in ihre jungen Protagonistinnen reinversetzen. Dabei hilft auch die Inszenierung und die großartige Auswahl der Darstellerinnen. Die Jungdarstellerinnen spielen ihre Rollen sehr authentisch und mit ihnen kann man sich wunderbar in die Situationen hineinfühlen. Sofort wird der Betrachter auf die Seite der kleinen Heldinnen gezogen und man entdeckt mit ihnen zusammen ihre Welt und sucht nach Möglichkeiten diese zu verbessern oder zumindest spielerisch zu entfliehen. Unterstützt wird die Geschichte von einer Kameraarbeit, welche sich stets auf den Standpunkt der jungen Charaktere befindet, und von einer sehr authentischen Ausgestaltung. Trotz schwieriger Thematiken findet Yoon eine federleichte Inszenierung, welche die kindlichen Gemüter unterstützt und schafft es so spielerisch ernste Themen auch für ein junges Publikum ansprechend zu gestalten und so ist ihr ein wunderbarer Kinderfilm geglückt.

Fazit: Der auf dem Schlingel präsentierte Spielfilm „House of us“ aus der Hand der südkoreanischen Filmemacherin Yoon Ga-eun erzählt eine realistische Geschichte über zerrüttete Familien. Dabei werden alle Ereignisse und der Alltag aber aus der Sicht von drei Mädchen erzählt, welche die Welt mit ihren Ideen und Optimismus bereichern. So entstand ein leichtfüßiger, berührender Kinderfilm, der sich ganz auf die Seite seiner kleinen Protagonistinnen schlägt.

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Film „House of Us“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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