„Plume“ (2019)

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Kurzfilm / Frankreich, Deutschland / Fiktion / 2019

Filmkritik: Der Kurzfilm „Plume“, der auf dem 32. Filmfest Dresden mit dem Goldenen Reiter für den ‚Besten Filmton‘ ausgezeichnet wurde, ist ein authentisches im Zirkus-Milieu angesiedeltes Drama von Hannah Weißenborn

Die Trapez-Artistin Plume (Lorette Sauvet) steht in Paris vor der Audition zur Aufnahme in einen der bekanntesten Zirkusse der Welt. Als sie ihren Exfreund und Mitbewerber Philippe (Clément Delpérié) wieder trifft, wirft sie etwas Unvorhersehbares aus der Bahn, so dass ihre Vorsprechen gefährdet sein könnte.

Die deutsche Filmemacherin Hannah Weissenborn, welche u.a. den Kurzfilm „AM CU CE – Pride“ (2019) verwirklicht hat, erzählt in ihrem neuesten Film „Plume“ gleichzeitig von zwei Themen. Zum einen dringt sie in die moderne, artistische Zirkuswelt vor und gibt einen Einblick in die Anwerbeverfahren. Zum anderen beschäftigt sie sich mit sexuellen Übergriffen von nicht-fremden Personen. Sie schafft es in nur 13 Minuten einerseits den Flair des Zirkus authentisch einzufangen und andererseits ein Gefühl dafür zu vermitteln, was solche Übergriffe mit den Opfern machen. Die Schwierigkeit, dies als strafwürdige Tat anzusehen, da es sich ja um einen Vertrauten handelt, ist bei vielen Opfern groß. Um die Gefühle einzufangen, entschied sich Weissenborn für eine Parallelmontage. Bei der Audition selbst flammen Erinnerungen an die Ereignisse, welche vor kurzem stattgefundenen haben, auf. Zusammen mit dem ausdrucksstarken Gesicht der Hauptfigur, hervorragend mit der Artistin Lorette Sauvet besetzt, welche die ZuschauerInnen mit ihren artistischen Fähigkeiten ebenfalls beeindrucken kann,

Lorette Sauvet

macht es die Bandbreite der Emotionen und auch den Schmerz deutlich. So entstand ein gelungener Kurzfilm, der zu recht auch den Preis für den ‚Besten Filmton‘ auf dem 32. Filmfest Dresden gewonnen hat und der einen wichtigen Beitrag zur Thematisierung solcher Übergriffe leistet, welche zu oft nicht ausgesprochen werden.

Fazit: Der Kurzfilm „Plume“ von Hannah Weissenborn vereint einen Einblick in die moderne Zirkuswelt, für die sie vorher intensiv recherchiert hat, und den sexuellen Übergriff durch eine vertraute Person. Sie schafft es mit starken Bildern und einer perfekt ausgewählten Hauptdarstellerin diesem Thema eine Bühne zu geben und die ZuschauerInnen dafür zu sensibilisieren.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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