„E14“ (2020)

Kurzfilm / UK / Dokumentation / 2020

Filmkritik: Als Corona im Frühjahr 2020 um sich griff, gab es einen harten Lockdown in Großbritannien. Der Filmemacher Peiman Zekavat stellte eine Kamera an sein Fenster und fing die Ereignisse ein. Der daraus entstandenen Kurzfilm „E14“ feierte auf dem 63. DOK Leipzig seine Europapremiere.

Im Frühjahr 2020 waren alle britischen BürgerInnen angehalten ihre Wohnung nur für das Notwendigste zu verlassen. So richteten sich die meisten Menschen Zuhause ein und fanden kreative Lösungen für das Alltägliche. In einem Wohnquartier in East London leben die Menschen dicht an dicht und schufen ihre Welt (vor allem auf dem Balkon) neu.

Der Regisseur und Kameramann Peiman Zekavat (*1981) war wie alle anderen im letzten Frühjahr an seine Wohnung in London (Postleitzahlbezirk E14) gefesselt. Der Blick nach draußen wurde zum festen Bestandteil von all jenen, die nun viel mehr Zeit zu Hause verbrachten. Er begann das Treiben auf den Balkonen drumherum zu filmen und erkannte Muster und neue Herausforderungen des Alltags. Seine Nachbarn wählte dabei kreative Zugänge zu neuen Problemen, verlagerten viele Elemente ihres Lebens auf den Balkon und freuten sich über jede Sonnenstunde. Ihr Verhalten, was Zekavat mit einem Off-Kommentar sortiert und gruppiert, brachte den Filmemacher zum Nachdenken über Wohnraum, -situationen und den Immobilienmarkt. So leichtfüßig sein Film mit Alltagsbeobachtungen beginnt, vermischt sich dann immer mehr das Nachdenken über bestehende, gesellschaftliche Probleme, was die Verteilung von Wohnraum genauso betrifft, wie privilegiertes Wohnen. Mit nur einer Kamera hat er seinen 19-minütigen Kurzfilm dabei stimmig und fokussiert umgesetzt und steuerte so nicht nur einen der beiden Corona-Filme des 63. DOK Leipzig bei, sondern auch ein gesellschaftsrelevantes Essay über das Wohnen.

Fazit: Der britische Kurzfilm „E14“ von Peiman Zekavat beobachtet die Nachbarn des Filmemachers im Lockdown. Darüber hinaus entsteht ein Essay über das Leben, das Notwendige und wie Wohnungsraum in Großstädten genutzt wird. Diese Kombination aus Alltagsbeobachtung mit Humor und Wiedererkennungswert und einem Nachdenken über das Thema Wohnen funktioniert hervorragend und so entstand ein lohnenswerter Kurzfilm.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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