„Halston“ (Staffel 1, 2021)

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Serienkritik: Der Serienschöpfer Ryan Murphy zeichnet sich auch als Produzent für die fünfteilige Miniserie „Halston“ aus der Hand von Sharr White verantwortlich, doch fehlt es der Serie wie oft bei Murphy an dem richtigen Dreh.

In den 70er Jahren macht sich der Modedesigner Roy Halston Frowick (Ewan McGregor) schnell einen Namen. Er stattete Frauen, u.a. seine langjährige Wegbegleiterin Liza Minnelli (Krysta Rodriguez), mit einem ganz besonderen Look aus. Sein luxuriöser Lebensstil, der sich durch alle Bereich zog, in dem er sich auch Liebhaber hielt und Drogen konsumierte, machte ihn zu einem ehrgeizigen Mann, der immer mehr aus seinem Label rausholen wollte. So geht er immer weiter und irgendwann steht er kurz davor alles zu verlieren.

Ewan McGregor

Mehrere Serien und Filme haben sich schon mit dem einen oder anderen Ausnahmetalent aus der Modebranche beschäftigt. Auch gibt es bereits eine Dokumentation („Halston“), die sich mit dem eher wenig bekannten US-amerikanischen Modeschöpfer (1932-1990), der vor allem elegante Damenmode schuf und dann später sein Namen für alles verkaufte, auseinandersetzte. Nun nimmt sich Ryan Murphy als Produzent zusammen mit dem Regisseur Daniel Minahan sich des Stoffes an. Auch Murphy kam schon mit der Modebranche über seine Serie „American Crime Story – The Assassination of Gianni Versace“ in Berührung. Hier tauchen sie in fünf Folgen in das bewegte Leben des Designers ein. Dieser hatte früh seine Begabung erkannt und machte sich in den 70er Jahren schnell einen Namen, indem er bekannte Sternchen eingekleidet hat. Doch sein übermäßiger Lebensstil (Drogen und viele Männer inklusive) forderte genauso seinen Tribut, wie seine Anerkennungssucht, die dann dazu führte, dass er seine Marke immer weiter ausbaute, so dass sie nach und nach zur Massenware wurde. All das wird in 240 Minuten Spieldauer solide erzählt. Optisch stimmt an der Inszenierung und der Erzählung alles. So werden u.a. Mode und Zeitkolorit hervorragend eingefangen. Doch trotz der gut gewählten Besetzung mit Ewan McGregor („Moulin Rouge“ (2001), „Doctor Sleep“ (2019)) in der Hauptrolle, der dafür den Emmy als ‚Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Fernsehfilm‘ gewann, und gut besetzten Nebenfiguren fehlt es der Serie an Herz und Sympathien. Im Gesamten wirkt die sie etwas blutarm und so bleibt die Geschichte selbst auch nur schlecht hängen. Sie steuert konsequent auf ein unangenehmes Ende zu, was man gefühlt schon oft in dieser Art von Geschichten gesehen hat. So ist „Halston“, zu sehen auf Netflix, interessant, wenn man nichts über Roy Halston Frowick weiß und auch ein klein wenig ein Faible für Mode hat, aber storytechnisch und vor allem emotional kann die Serie trotz aller guter Voraussetzungen nicht mitreißen.

Rory Culkin, Rebecca Dayan und David Pittu

Fazit: Die fünfteilige Serie „Halston“ erzählt dem Publikum vom Aufstieg, Höhepunkt und Fall des amerikanischen Modedesigners Roy Halston Frowick, der für Erfolg,  Geld und einem äußerst luxuriösen Lebensstil seine Namen und seinen Stil verkaufte. Dabei wird die Serie von Daniel Minahan in schönstes Zeitkolorit getaucht und wurde gut u.a. mit Ewan McGregor besetzt, schafft es aber trotzdem nur wenig Sympathien aufzubauen, so dass sie eher informativ als emotional oder spannend ist. 

Bewertung: 3/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Halston“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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