„Play Schengen“ (2020)

Kurzfilm / Norwegen / Fiktion / 2020

Filmkritik: Dass man das aktuelle Zeitgeschehen auf didaktische wie humorvolle Weise aufarbeiten kann, beweist der norwegische Kurzfilm „Play Schengen“ von Gunhild Enger, der auf dem 33. Filmfest Dresden den ‚Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik‘ gewinnen konnte, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde.

Zwei Spieleentwickler, Erik (Daniel Kanye Vatsvåg) und Jarle (Endre Haukland), haben ein für Kinder konzipiertes Spiel über die Europäische Union entwickelt. Es handelt von dem Eurobird, welcher die Grenzen überqueren muss und dafür die entsprechende Visa benötigt. Viele Fragen tauchen bei der Entwicklung auf und es steht die Frage in den Raum, ob es so überhaupt umsetzbar ist.

Die norwegische Regisseurin Gunhild Enger (*1980) erzählt in ihrem fünften Kurzfilm verspielt von den Problemen des EU-Schengen-Raums. Nach einem eigenem Drehbuch berichtet sie von der Entwicklung eines Computerspiels und welche Fragen dabei auftauchen. Diese beziehen sich dabei nicht nur auf das Spiel, sondern auch auf die politische Situation in Europa. Hier schafft sie es, wichtige, realitätsnahe Themen leichtfüßig mit der spielerischen Komponente zu verknüpfen. Getragen wird das natürlich auch von einem starken Cast und einer passenden Inszenierung. Hier wirkt in der Gestaltung und auch in der Farbwahl alles etwas retro und erinnert so an die Anfänge der Computerbewegung in den 1980er Jahren. Durch und durch ist Gunhild Enger ein charmanter Kurzfilm gelungen, der mehr als zurecht den ‚Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik‘ gewonnen hat.

Fazit: Der norwegische Kurzfilm „Play Schengen“ von Gunhild Enger erzählt spielerisch und leichtfüßig von aktuellen Themen und kombiniert sie mit einer amüsanten Geschichte und einer Optik, die Retro-Charme versprüht. So entstand ein durch und durch sympathischer Film, der zu den Highlights des Internationalen Wettbewerbs des 33. Filmfest Dresden zählte.

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Play Schengen“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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