„Balkonien“ (2021)

Kurzfilm / Deutschland / Dokumentation / 2021

Filmkritik: Der Dokumentarfilm „Balkonien“ von Jakob Krese und Pedro Martin, gesehen auf den 32. Bamberger Kurzfilmtagen, erzählt aus dem Herzen Deutschlands – von den Balkonen der Plattenbauwohnungen.

Auf dem Balkon, dem eigenen Stückchen Platz an der frischen Luft, findet viel des heimischen Lebens statt. Doch man kann sich dort nicht nur selber ausleben, sondern auch wunderbar seine Nachbarn beobachten.

Die beiden deutschen Filmemacher Jakob Krese (*1984) und Pedro Martin schaffen es in 27 Minuten den Kosmos ‚Balkon‘ zu erschließen. Jeder weiß, dass diese Orte gern mal als Abstellplatz oder auch Erholungsplatz verwendet werden. Der Film fängt mit seinen Bildern ein, was alles so auf den deutschen Balkonen passiert. Doch nicht nur das: Es geht auch um eine Portion Neugierde auf die Nachbarn, Meinungsbilder und auch festgefahrenes Gedankengut. Hier entlarvt der Film aber auch seine Protagonisten, denn oft sind die Gedanken von Stereotypen und Schubladendenken geprägt. Die Worte kommen aus dem Off, so sieht man nie ein Gesicht dazu, denn die Kamera konzentriert sich allein auf die Außenaufnahmen von ‚Balkonien‘. Gedanken können so frei und in Anonymität erzählt werden und so gelang den beiden Filmemachern eine starke Dokumentation über den kleinen Kosmos des Balkons. 

Fazit: „Balkonien“ ist ein Kurzfilm von Jakob Krese und Pedro Martin, der mit anonymen Aufnahmen das Leben in Deutschland aus der Perspektive der Bewohner:innen von ‚Balkonien‘ einfängt. Dabei kommen Off-Kommentare und Filmaufnahmen wunderbar zusammen und fangen so diesen Lebens-Kosmos ein.

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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