„Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer (2009)

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400 Seiten / ab – Jahren / Fischer Taschenbuch / 13 €

Buchkritik: Warum sollte man darauf verzichten Tiere zu essen? Dieser Frage geht der bekannte Autor Jonathan Safran Foer, der u.a. die Romane „Alles ist erleuchtet“ (2002) und „Extrem laut und unglaublich nah“ (2005) geschrieben hat, welche auch beide verfilmt wurden, auf sehr persönliche und eindringliche Weise nach und richtet sich dabei vor allem an Menschen die ebenso gern wie er Fleisch essen.

Seit seinen Kindheitstagen versucht der amerikanische Autor Jonathan Safran Foer vegetarisch zu leben, aber die Lust an Fleisch ist genauso groß wie die Verlockungen, welche ihm in seinem Umfeld präsentiert werden. Mittlerweile erwachsen geworden, stellt er sich erneut die Frage nach einer vegetarischen Ernährung, denn die Geburt seines Sohnes steht bevor. Für ihn möchte er herausfinden, wie der Fleischkonsum in Amerika aussieht und welche Folgen er hat. So begibt er sich auf eine ausführliche Recherche-Reise, die ihn sowohl zu kleinen eigenständigen Landwirten führt als auch zu Betrieben mit Massentierhaltung. 

Aus einem sehr persönlichen Standpunkt heraus begibt sich der amerikanische Autor Jonathan Safran Foer, Jahrgang 1977, auf eine lange Recherchereise, an deren Ende dieses Buch stand. Nicht von Anfang war es als Buch geplant, sondern ursprünglich nur als Grundlage für eine Entscheidung, wie der baldige Sohn ernährt werden soll. Er selbst versuchte jahrelang Vegetarier zu werden, erlag aber immer wieder den Verlockungen. Hier schreibt also ein Mann, der Fleisch- und Wurstwaren immer genossen hat und selbst schöne Erinnerungen damit verbindet. Dieser eingefleischte Carnivore, der auch jahrelang alle Bedenken mühelos weg schob, vertieft sich nun in dieses Thema. Dabei war es ihm wichtig, alle Aspekte zu beleuchten. Von der Massentierhaltung – auf einer der Anlagen bricht er sogar mit einer Aktivistin nachts ein – bis hin zu unabhängigen Fleischproduzenten suchte er viele Beteiligte und Gesprächspartner auf und fand Antworten. Diese sind meist zutiefst schockierend, es geht dabei um die fast immer unwürdige Tierhaltung, aber auch auf die Wirkung auf Menschen ein, da Fleisch kaum noch ohne Einsatz von starker Medizin hergestellt wird. Seite um Seite präsentiert er Zahlen und Fakten, lockert das Ganze mit persönlichen Schilderungen auf, wechselt Perspektiven und erspart uns auch nicht die explizite Schilderung von Gewalttaten, welche den Tieren angetan werden. Das Buch, von Ingo Herzke ins Deutsche übersetzt, ist gut geschrieben und wenn man mal eine Lesepause braucht dann aufgrund der expliziten Schilderung. So gibt Foer den Leser:innen im Gesamten alles in die Hand um selbst entscheiden zu können, ob Fleischkonsum und Massentierhaltung tragbar sind.

Fazit: „Tiere essen“ ist ein 400-seitiges Sachbuch von Jonathan Safran Foer, der darin der Frage nach der Tierhaltung in Amerika nachgeht. Als Fleischesser blickt er auf die verschiedenen Formen und liefert wichtige Daten, um einen Rundumblick auf dieses Thema zu erhalten. Dabei ist das Buch sowohl voller Fakten als auch persönlicher Anmerkungen, so dass die Lektüre leicht von der Hand geht, auch wenn die eine oder andere Stelle die Leser:innen schwer schlucken lässt. So ist es ein gelungenes Buch entstanden, das alles Wissenswertes enthält, um selbst zu entscheiden, ob Tiere zu essen für jeden einzelnen noch akzeptabel ist.

Bewertung: 5/5

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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