„The Walking Dead“ (Staffel 9, 2018)

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Serienkritik: Die 16 Folgen der neunten Staffel der amerikanischen Zombie-Serie „The Walking Dead“ aus der Hand der Showrunnerin Angela Kang macht mittendrin einen gigantischen Zeitsprung, lässt dabei anfänglich viel im Unklaren und etabliert einen erschreckenden Feind, der wieder einmal übermächtig zu sein scheint.

Nachdem die Orte Alexandria, Hilltop, Oceanside und das Königreich endlich die Saviors besiegt und ihren Anführer Negan (Jeffrey Dean Morgan) hinter Gitter gebracht haben, ist es an der Zeit, eine neue Ordnung aufzubauen. Dazu braucht es eine gute Zusammenarbeit mit den verbliebenen Saviors und eine Infrastruktur. Bei einem großen Brückenbau kommt es zu schweren Auseinandersetzungen, an deren Ende Rick Grimes (Andrew Lincoln) um sein Leben ringt und daraufhin verschwindet. Auch einige Jahre danach ist die Lücke, die er hinterlassen hat, noch zu spüren. Während seine Tochter Judith (Cailey Fleming) versucht, die Städte wieder zusammenzubringen, regiert Michonne (Danai Gurira) mit strenger Hand Alexandria und verhindert jegliche Kontakte. In Hilltop hat Jesus (Tom Payne) das Ruder übernommen und das Königreich wird weiterhin von König Ezekiel (Khary Payton) und nun auch Königin Carol (Melissa McBride) geführt, welche ein großes Fest feiern wollen, um alle wieder zu vereinen. Doch da tauchen Alpha (Samantha Morton) und ihre Horde auf.

Khary Payton, Cailey Fleming und Danai Gurira

Gestartet im Jahr 2010 hat sich die Serie mit mittlerweile neun Staffeln und 131 Folgen zu einem absolut eigenständigen Serienhit gemausert. Basierend auf der Comicbuchreihe von Robert Kirkman und Tony Moore, von deren Weg bereits seit der ersten Staffel abgewichen wird, aber trotzdem viele Figuren und Ereignisse übernommen wurden, entstand eine eigenständige Zombie-Geschichte. Der rote Faden sind die Menschen, welche hier leider auch oft das größte Übel sind. Nachdem über zwei Staffeln hinweg die Saviors bekämpft wurden, taucht nun ein neuer Feind auf, der es in sich hat. Doch das passiert erst nach einem großen Zeitsprung, nach dem alles anders ist. So muss man erstmal die Welt neu entdecken und die Charaktere erneut kennenlernen. Zudem muss man sich in dieser Staffel über die Folgen hinweg immer wieder von liebgewonnenen Charakteren verabschieden. Vor allem die neue Gefahr in Form der hartherzigen Alpha und ihrer Truppe führt zu herben Verlusten, deren bitteres Finale noch lange nachhallt. Wieder einmal nimmt einen die Serie mit auf eine emotionale Achterbahn, bei der man sich mehr Frieden und Ruhe wünscht, aber oft nur Verlust und Gefahr erfährt. So baut die Serie eine enorme Atmosphäre auf und saugt das Publikum ein. Auf diese Düsterheit mit wenigen Lichtpunkten muss man sich natürlich einlassen wollen. Gelungen sind weiterhin auch das Setdesign, die Locations selbst und natürlich die grandiose Schauspielerriege. Immer wieder schaffen sie es, ihren Figuren eine neue Dimension zu verleihen, ihre Charaktere überzeugend zu verändern und so auch die kleinen Geschichten voranzutreiben. Man denke dabei nur einmal an die Freundschaft zwischen Neegan und Judith oder wie Tara später zu einer Anführerin wird. Durch und durch ist auch die neunte Staffel sehenswert, erzählt ihre Geschichten fort und scheut nicht vor konsequentem Storytelling und vor allem vor großen Verlusten.

Cassady McClincy und Samantha Morton

Fazit: „The Walking Dead“ geht in die neunte Runde und überzeugt auch unter neuer Hand als dramatische Dystopie. Mittendrin gibt es einen großen Zeitsprung, stetige und überraschende Charakter-Entwicklungen und herbe Verluste. Dabei werden die Stilmittel gekonnt eingesetzt und auch die Schauspieler:innen, welche mit ihren Charakteren verschmelzen, tragen viel dazu bei.

Bewertung: 4/5

Trailer zur Staffel 9 der Serie „The Walking Dead“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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