„Retouch“ (2017)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Iran / Fiktion / 2017

Filmkritik: Der 2017 erschienene Kurzfilm „Retouch“ (OT: „روتوش“) des iranischen Filmemachers Kaveh Mazaheri konnte mit seiner provokativen und gesellschaftskritischen Geschichte bei seiner Festivalrunde, u.a. auf dem 30. Filmfest Dresden 2018, viele Aufmerksamkeit und Preise gewinnen.

Maryam (Sonia Sanjari) führt ein scheinbar normales Eheleben. Alles dreht sich dabei um ihren Mann Siyavash (Mohammad Hossein Ziksari) und ihr Kind Hana (Hana Fooladifard). Als eines Tages ihr Mann in Bedrängnis kommt, sieht sie auf einmal die Chance, ihr Leben zu ändern.

Sonia Sanjari und Hana Fooladifard

Der iranische Regisseur Kaveh Mazaheri (*1981) erzählt in 20 Minuten einen diskussionswürdigen Film über die Befreiung einer Frau, die in ihrer Ehe gefangen war. Der Weg, den sie dafür wählt, lädt zu einem inneren Zwiespalt ein. Auf der einen Seite ist man von ihrer Abgebrühtheit schockiert, auf den anderen Seite möchte man sie auf diesem Weg unterstützen. Das macht das Drehbuch des Regisseurs, der es selbst geschrieben hat, möglich. Hinzu kommt ein gelungener erzählerischer Aufbau, in dem man Maryam in ihrem Alltag begleitet und mit Spannung im Hinterkopf hat, was vorher passiert ist und wie es wohl weitergehen wird. Gleichzeitig liefert der Film ein gesellschaftliches Portrait des Alltags iranischer Frauen und zeigt, wie oft Männer Gewalt über sie haben. So versteckt sich hier in der sehr subjektiven Geschichte Kritik am großen Ganzen. Kein Wunder also, dass der Film eine gelungene Festivalsaison hatte und u.a. den Preis als Bester Kurzfilm auf dem Tribeca Film Festival gewinnen konnte.

Fazit: „Retouch“ ist ein Kurzfilm von Kaveh Mazaheri über die Situation der Frauen im Iran. Der Film ist dabei eine genaue Alltagsbeobachtung, welche gleichzeitig auch eine Selbstermächtigung-Geschichte einer jungen Frau ist, die zum Nachdenken und Diskurs einlädt. 

Bewertung: 7/10

Den Kurzfilm „Retouch“ hier anschauen:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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