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Interview: Im Gespräch mit dem deutschen Regisseur Kevin Biele („Mona & Parviz“) konnten wir mehr über seinen Kurzfilm „Lange nicht gesehen“, der auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 seine deutsche Premiere feierte, erfahren, wie seine Mutter den Ausschlag für die Geschichte gab und was ihm auf visueller Ebene am Herzen lag.
Das nächste Mal habt ihr die Möglichkeit den Film am 11. April bei den Shorts Offenburg zu sehen.
Du schaffst es authentisch das Leben in einem Büro und mit stetig sich verändernden Bedingungen einzufangen. Was hat Dich inspiriert? Hast Du selbst recherchieren müssen?
Inspiriert ist die Geschichte von meiner Mutter. Sie hat mehr als 30 Jahre für einen großen Pharmakonzern gearbeitet und musste aufgrund diverser Krankheiten mehrmals zu ihrem Job ‚zurückkehren‘. Vieles, was in dem Film sehr kurz gefasst ist, hat sie über mehrere Jahre erlebt. Es geht um das Gefühl zurückzukehren und sich allmählich von dem Ort zu entfremden und schließlich zu verabschieden. Auch wenn es stark von ihr inspiriert ist, haben wir uns die Freiheit genommen, Figuren und Umstände zu fiktionalisieren. Viele von unserem Team haben schon in Nebenjobs in diversen Büros gearbeitet. Das ist auch alles eingeflossen.
In welchem Rahmen, über welchen Zeitraum und mit welcher Teamgröße ist euer Film entstanden?
Der Film ist unser Bachelor-Abschlussfilm der Internationalen Filmschule Köln (ifs). Wir haben 8,5 Drehtage gehabt. Wir hatten viele Drehtage mit einem großen Team mit über 30 Leuten, aber auch Momente, die in einem Team von drei Personen entstanden sind.
Die visuelle Ausgestaltung schmiegt sich wunderbar an die Geschichte an – was war Dir wichtig? Und wie habt ihr euren Drehort ausgesucht?
Uns war wichtig, dass der Ort echt wirkt. Nicht beschönigt wird durch Licht, Szenenbild oder die Kamera. Es geht nicht um ein modernes Start-Up, sondern um einen großen Konzern, der weniger Interesse daran hat, die Büros nochmal nach 30 Jahren zu beleben. Durch Glück konnten wir im Set der Soko Köln drehen. Sie haben ein zweistöckiges Gebäude, wo ein Großteil der oberen Etage gar nicht genutzt und ausgebaut war. Da konnten sich die Szenenbilder:innen austoben. Mit der Kamerafrau Kim Hausner haben wir dann noch überlegt, wie wir die Szenen einfangen und uns war klar, dass wir das alles sehr beobachtend machen wollen. Gleichzeitig aber so, dass man hauptsächlich bei der Hauptfigur Silvia ist.
Euer Cast ist sehr gut gewählt – wie habt ihr eure Darsteller:innen gefunden?
Die haben wir klassisch über die gängigen Castingportale recherchiert. Mir war wichtig, dass sie aussehen wie Frauen, mit denen meine Mutter auch zusammengearbeitet hat. Das ist gar nicht so einfach. Ruzica Hajdari [Anm. d. Red.: Darstellerin von Silvia] kommt zufällig auch aus Leverkusen, wo ich aufgewachsen bin. Sie hat einfach eine tolle Ausstrahlung.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Ich schreibe momentan an meinem ersten abendfüllenden Spielfilm. Und wenn es die Zeit zulässt, wird noch ein weiterer Kurzfilm kommen.
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „Lange nicht gesehen“



