„Between Revolutions“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Der Film „Between Revolutions“ (OT: „Între Revoluții“, Rumänien/Kroatien/Iran, 2023) von Vlad Petri, der auf der 73. Berlinale 2023 seine Premiere feierte und dann auf weiteren Festivals u.a. dem 33. Filmfestival Cottbus 2023 zu sehen war, erzählt anhand von Archivmaterial und einem fiktiven Briefwechsel von den beiden Ländern Rumänien und Iran in den 1980er Jahren. 

Maria und Zahra, die aus Iran stammen, haben sich beim Studium in Bukarest kennen und lieben gelernt. 1979 kehrt Zahra in ihre Heimat zurück und will dabei sein, wenn sich nach dem Sturz des Schahs das Leben vor Ort ändert. Doch nicht die erhoffte Freiheit bestimmt das Leben, sondern die Etablierung eines totalitären Systems. Über all die Jahre, in denen auch in Rumänien Umbrüche stattfinden, halten die beiden Frauen Briefkontakt und träumen von ihrem Wiedersehen. 

Der bulgarische Regisseur Vlad Petri erzählt in einer dokumentarischen Mischform von der Geschichte zweier Länder. Er selbst stammt aus Rumänien und dort war seine Kindheit von Umwälzungen und dem Fall des Eisernen Vorhangs geprägt. Als er über die Geschichte der Revolution seines Landes recherchierte, stieß er auf ein Austauschprogramm in den 1970er Jahren, als iranische Student:innen nach Rumänien zum Lernen kamen. Natürlich entstanden dort auch Freundschaften und Briefwechsel. Genau an diesen orientierte sich Petri, als er zusammen mit Lavinia Braniște den Briefwechsel zweier Frauen ersann, die sich kennen und lieben gelernt haben. Ihre Briefe dokumentieren die Veränderungen der beiden Länder. Denn im Iran kam es ebenfalls 1979 zum Umbruch. Dort wurde der Schah gestürzt und die Bevölkerung erhoffte sich positive Veränderungen, die leider nicht folgten. Auch wenn der Briefwechsel nur von realen Briefen inspiriert und fiktiv ist, die Bilder sind es nicht. Aus Archiven und Privatsammlungen trug Vlad Petri enorme Mengen an Fotografien und Filmaufnahmen zusammen. Beeindruckend ist die Fülle dessen und man sieht Material, was man vorher noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Perfekt arrangiert und zusammengeschnitten ist „Between Revolutions“ eine beeindruckende Materialsammlung, die durch den gefühlvoll gesprochenen Briefwechsel durch die Zeit und über Ländergrenzen hinweg trägt.

Fazit: „Between Revolutions“ ist eine semi-fiktive Dokumentation über die beiden Länder Rumänien und Iran, die in den 80er Jahren durch diverse Umbrüche gegangen sind. Mit teils noch nicht gesehenem Archivmaterial und einem erfundenen Briefwechsel, der aber alle Ereignisse gut erklärt und auf emotionale Weise greifbar macht, erzählt der Regisseur Vlad Petri von dieser Zeit.

Bewertung: 8/10

Kinostart: noch nicht bekannt

Trailer zum Film „Between Revolutions“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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