„Remains of the Hot Day“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / China / Fiktion / 2024

Filmkritik: Die chinesische Regisseurin Wenqian Zhang schuf mit ihrem Kurzfilm „Remains of the Hot Day“ (OT: „Re tian wu hou“), der auf der 74. Berlinale 2024 in der Sektion ‚Berlinale Shorts‘ mit dem Silbernen Bären der Jury Kurzfilm ausgezeichnet wurde, ist eine filmische Erinnerung an die eigene Kindheit.

An einem heißen Tag in den 90er Jahren verlässt eine chinesische Familie nur zum Arbeiten das Haus. Auf allen liegt einen gewisse Trägheit. Die Großmutter bereitet das Essen zu, die Kinder spielen und die Erwachsenen ruhen sich von der Arbeit aus.

Die chinesische Filmemacherin Wenqian Zhang hat auch das Drehbuch zu ihrem Kurzfilm geschrieben. Sie zeigt uns eine Momentaufnahme einer größeren Familie an einem heißen Tag aus dem Blick eines Kindes. Der Zeitkolorit und die Perspektive machen klar, dass sie uns ihre eigenen Erinnerungen zeigt. Wie nimmt ein Kind die anderen Menschen um sich herum wahr? Was die Erwachsenen tun, bleibt manchmal rätselhaft für die junge Betrachterin, aber nicht für das Publikum.

Jinkui Jiang, Yuyi Wan

Auch die Kamera stellt sich auf die Protagonistin ein. Oft sehen wir nur einen unteren Ausschnitt: Beine, Füße und Hausschuhe. Dazu ist alles in goldenes Licht getaucht, was die Schwüle, aber auch die Schönheit dieser Tage einfängt. So gelang der Regisseurin ein schöner 24-minütiger Kurzfilm, der von keinen großen Ereignissen erzählt, aber ein Gefühl für die Zeit als Kind und lebendige Erinnerungen vermittelt. 

Fazit: „Remains of the Hot Day“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Wenqian Zhang, die darin eigene Erinnerungen eingearbeitet hat. Konsequent aus der Perspektive des Kindes gefilmt, in warmen Farben und mit einer gelungenen Bildsprache taucht das  Publikum in die Vergangenheit ein und vermittelt ein lebendiges Gefühl dafür, Kind zu sein. 

Bewertung: 8/10

Trailer zum Kurzfilm „Remains of the Hot Day“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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