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Interview: Im Gespräch mit dem amerikanischen Regisseur Shane Bannon über seinen Kurzfilm „The Perfect Place to Cry“ erfahren, der im ‚Shock Block‘ des 24. Landshuter Kurzfilmfestivals 2024 lief, wie die Idee dazu im Halbschlaf entstanden ist und von seiner Zusammenarbeit mit der Produzentin und Schauspielerin Celina Bernstein.
The original english language interview is also available.
Wie ist die Idee zu Deinem Kurzfilm entstanden?
Ich habe „The Perfect Place to Cry“ in etwa 15 Minuten geschrieben, als ich eines Morgens nicht schlafen konnte. Ich glaube, es begann mit dem Bild eines Mannes in einem dunklen Wald, der von Scheinwerfern beleuchtet wird, aber ich bin mir nicht sicher, weil ich zu der Zeit nur halb wach war.
Du schaffst es, innerhalb kürzester Zeit enorme Spannung zu erzeugen. Was lag Dir bei der Inszenierung am Herzen?
Das Wichtigste für mich war, das Publikum auf eine Reise mitzunehmen, die ständig mit ihren Erwartungen spielt. Es war ein Prozess, bei dem ich sie absichtlich in eine Richtung drängte, nur damit die Geschichte dann in eine andere Richtung ausschlagen kann. Das Publikum kann sehr schlau sein. Um ihm einen Schritt voraus zu sein, muss man die Konventionen des Genres kennen und ein Amateurpsychologe sein.
Was war Dir visuell wichtig?
Visuell sollte sich die Geschichte in einer in sich geschlossenen Traumwelt abspielen. Das Auto, das Kleid und die Musik sollen die Geschichte in einer vagen Ecke des 20. Jahrhunderts spielen lassen. Der Look sollte stimmungsvoll sein und gleichzeitig so einfach wie möglich gehalten werden.
Ich mag auch, dass Du Humor in diese doch gruselige Geschichte einbaust – warum hast Du Dich dafür entschieden?
Ich bin immer auf der Suche nach Momenten der natürlichen Unbeschwertheit. In diesem Fall denke ich, dass es aus dem Bedürfnis nach einer Art kathartischer Befreiung für das Publikum kam, die nicht aus Gewalt resultierte. Bei so vielen Horrorfilmen wird eine gewaltsame Auflösung der Spannung erwartet, aber ich finde, dass das oft von unserer Empathie für die Figuren ablenkt. Ich lasse meine Geschichten gerne in Momenten spannungsgeladenen Gleichgewichts, aber manchmal brauchen sie eine andere Art von Ventil.
Deine Hauptdarstellerin Celina Bernstein spielt ihre Rolle so, dass man ganz nah an ihr dran ist. Wie kam sie zu dem Projekt dazu?
Celina war als Produzentin an diesem Projekt beteiligt und ist meine engste kreative Mitarbeiterin bei allem, was ich mache. Als Schauspielerin hat sie die fantastische Fähigkeit, selbst aus den spärlichsten Drehbüchern einen einzigartigen und einfühlsamen Charakter zum Leben zu erwecken.
Kannst Du mir noch ein bisschen mehr von Dir erzählen und wie Du zum Film gekommen bist?
Zum Film bin ich durch mein Interesse an anderen Kunstformen gekommen. Als ich aufwuchs, habe ich viel Zeit mit Schauspielerei, Musik und Zeichnen verbracht, aber nie daran gedacht, Filme zu machen. Erst als ich aufs College ging, wurde mir klar, dass der Film eine perfekte Synthese all dieser Interessen sein könnte. Ich bin jetzt seit sechs Jahren in Los Angeles und mache Kurzfilme. In dieser Zeit habe ich begonnen, längere Werke zu schreiben, darunter „The Better to Eat You With“, ein Drehbuch für einen Spielfilm, das ich zusammen mit Celina geschrieben habe. Derzeit arbeiten wir daran, unseren ersten Spielfilm zu drehen.
Sind bereits neue Projekte geplant?
Derzeit sammle ich Geld für meinen nächsten Kurzfilm „Oma“. Es ist eine Neuauflage von Rotkäppchen über ein kleines Mädchen, das seine Großmutter zum letzten Mal sieht. Es ist eine sehr emotionale und persönliche Geschichte für mich, und ich hoffe, dass ich sie bald mit der Welt teilen kann!
Die Fragen stellte Doreen Kaltenecker
Übersetzung von Michael Kaltenecker
Lies auch die Rezension des Kurzfilms „The Perfect Place to Cry“
Interview: In our conversation with American director Shane Bannon about his short film „The Perfect Place to Cry„, which screened in the ‚Shock Block‘ of the 24th Landshut Short Film Festival 2024, how the idea for it came about while he was half asleep and about his collaboration with producer and actress Celina Bernstein.
How did the idea for your short film come about?
I wrote „The Perfect Place to Cry“ in about 15 minutes when I couldn’t sleep early one morning. I think it started with the image of a man in a dark forest lit up by headlights, but I can’t really be sure because I was only half awake at the time.
You manage to create enormous tension in a very short space of time. What was important to you in the production?
The most important thing for me was to take the audience on a journey that consistently toys with their expectations. It was a process of intentionally pushing them in one direction only for the story to swerve in a new one. Audiences can be very clever so staying ahead of them is really a matter of knowing genre conventions as well as being an amateur psychologist.
What was important to you visually?
Visually, the story was meant to take place in a self contained dreamlike world. The car, the dress, and the music are all meant to place the story in a vague pocket of the 20th century. The look was meant to be evocative while staying as simple as possible.
I also like that you incorporate humor into this scary story – why did you decide to do that?
I am always searching for moments of organic levity. In this case, I think it came out of a need for some sort of cathartic release for the audience that didn’t come from violence. So much horror has that built in expectation of violent release of tension, but I find that it often detracts from our empathy for the characters. I like to leave my stories in moments of tense equilibrium, but sometimes they need some other sort of outlet.
Your lead actress Celina Bernstein plays her role in such a way that you feel very close to her. How did she get involved in the project?
Celina was a producer on this project and is my closest creative collaborator on everything I make. As an actress, she has this fantastic ability to bring to life a unique and empathetic character from even the sparsest of scripts.
Can you tell me a bit more about yourself and how you came to making films?
I came to film through my interest in other art forms. Growing up, I spent so much time acting, playing music, and drawing, but never thought about making movies. It wasn’t until I was going off to college that I realized that film could be a perfect synthesis of all those interests. I’ve been in Los Angeles making short films for the past 6 years now. In that time, I’ve started writing longer form works including The Better to Eat You With, a feature screenplay written with Celina. We are currently working towards making our first feature.
Are there any new projects planned?
These days, I’m raising money for my next short film, Oma. It’s a reworking of Little Red Riding Hood about a little girl seeing her grandmother for the last time. It is a deeply emotional and personal story for me, and I hope to share it with the world soon!
Questions asked by Doreen Kaltenecker
Read on the german review of the short film „The Perfect Place to Cry„




