„Lick a Wound“ (2024)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Frankreich / Animation / 2024

Filmkritik: Der französische Animationsfilm „Lick a Wound“ (OT: „Les animaux vont mieux“) von Nathan Ghali, der im ‚Berlinale Shorts‘-Programm der 74. Berlinale 2024 zu sehen war, gibt den Tieren die Möglichkeit ihre Gedanken zu äußern.

In den Kellerräumen einer Kirche haben sich viele Tiere wie Waschbären, Katzen und Füchse versammelt. Die Gemeinschaft hat sich zurückgezogen, um ihre Verluste und Misshandlungen zu verarbeiten. Ihre Erfahrungen und ihre Schmerzen projizieren sich an die Wände des verlassenen Gebäudes.

Der französische Regisseur Nathan Ghali hat bei einem Aufenthalt in La Peyrigne (Südfrankreich) eine verlassene Kirche entdeckt. Daraus entstand das Drehbuch für seinen 25-minütigen Film. Der erzählt von Tieren, die nah an der oder in der menschlichen Zivilisation leben. Er zeigt ihre Wunden und Verletzungen. Er taucht mithilfe von Projektionen in ihre Gedankenwelt ein. An den Wänden des Gebäudes, das verfallen ist, berichten die Tiere von ihren Erfahrungen. Die Worte an den Wänden ersetzen die menschliche Sprache und anthropomorphisieren die Geschöpfe nicht per se. Ihre Gedanken sind schlicht gehalten, entfalten aber trotzdem ihre volle Wirkung. Da diese wichtige Themen beim Artenschutz ansprechen und zeigen, dass wir Menschen unseren Umgang mit den Geschöpfen überdenken müssen. Für seine Inszenierung entschied Ghali sich für einen mit Blender geschaffenen 3D-Animationsfilm. Die Tiere sind dabei so lebensecht, dass man sie, wäre da nicht ein repetitives Bewegungsmuster, für echt halten könnte. Die Animationen der Tiere schmiegen sich in diese kühle, verfallene Umgebung wunderbar ein. So hat der Regisseur Ghali dieses Medium geschickt genutzt, um wichtige Themen anzusprechen und bleibt damit lange im Gedächtnis. 

Fazit: „Lick a Wound“ ist ein Kurzfilm von Nathan Ghali, der mit lebensechten Animationen von dem Leid und der Traurigkeit der Tiere erzählt. Das melancholische Gefühl des Films nehmen die Zuschauer:innen mit nach Hause.

Bewertung: 8,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Lick a Wound“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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