„Diaspora“ (2022)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Kanada / Fiktion / 2022

Diaspora

Filmkritik: Der kanadische Kurzfilm „Diaspora“ von Tyler Mckenzie Evans, der im ‚Shock Block‘-Programm des 24. Landshuter Kurzfilmfestival 2024 lief, erzählt auf eine ganz eigene Weise vom Schrecken der Gentrifizierung.

Melina (Cara Ricketts) und Daniel (Rainbow Sun Francks) leben schon lange in ihrer vertrauten, schwarzen Community. Hier sind die Häuser seit Jahren in den Händen derselben Familien. Mit der Zeit ziehen immer mehr fremde Menschen in diese Vorstadt. Doch nicht nur das, auch die ursprünglichen Bewohner:innen verschwinden einfach, so dass neue Häuser für neue weiße Nachbarn frei werden. Wie hängt das zusammen?

In nur 16 Minuten schafft es der Regisseur und Drehbuchautor Tyler Mckenzie Evans uns die Figuren näher zu bringen und wir sind schnell auf ihre Seite, auch als sie anfangen zu merken, dass etwas nicht stimmt. Die Spannung ist enorm. Dafür verwendet er keine unnötigen Gruseleffekte, sondern entfaltet das Grauen mit kleinen Details und einem Gefühl von Unwohlsein, dem Beobachtet-werden und auch einer gewissen Ohnmacht. Die Horrorstory ist dabei klar eine Parabel auf gesellschaftliche Veränderungen, wie sie durch z.B. Gentrifizierung ausgelöst werden. Doch abseits dessen kann man den Kurzfilm auch einfach als schaurige Unterhaltung anschauen. In authentischen Plätzen mit hervorragenden Darsteller:innen inszeniert und stets spannungsgeladen packt einen der Film sofort, so dass man sich wünschen würde, das Ganze als Langfilm ausgebaut zu sehen.

Fazit: „Diaspora“ von Tyler Mckenzie Evans ist ein durch und durch spannend inszenierter und gut besetzter Horror-Short, der den Schrecken der Gentrifizierung weiter spinnt und so das Publikum zu fesseln vermag.

Bewertung: 8,5/10

Den Kurzfilm „Diaspora“ hier komplett anschauen:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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