„Wandering Bird“ (2023)

Doreen Kaltenecker

Kurzfilm / Belgien / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der belgische Kurzfilm „Wandering Bird“ (OT: „Oiseau de passage“) von Victor Dupius, der auf der 74. Berlinale 2024 im Rahmen des ‚Berlinale Shorts‘-Programms seine internationale Premiere feierte, ist ein leise Geschichte über Verlust.

Ein junger Mann (Ilias Largo) kehrt an den Ort seiner Jugend zurück. Er wartet im Wald auf einen Freund (Guillaume Fooy), doch als dieser da ist, ist er auf sich gestellt und muss sich mit seiner Vergangenheit konfrontieren. Wie geht er damit um und wie soll er sich verabschieden?

Der Regisseur Victor Dupius, der auch das Drehbuch schrieb, beschäftigt sich in seinem 15-minütigen Short mit dem Abschiednehmen. Als einziger Spielort ist der Wald die perfekte Kulisse, um die Ruhe, die Trauer und auch den Schmerz einzufangen. Wir sehen einen jungen Mann, wunderbar verkörpert von Ilias Largo, der scheinbar zu spät nach Hause kommt. Viel Zeit ist vergangen und Vorwürfe wie Zuneigung liegen gleichermaßen in der Luft.

Guillaume Fooy und Ilias Largo

Das anfängliche Bild einer im Wasser treibenden Leiche gibt dem Film eine traurige Schwere und eine Ahnung, was wirklich geschehen ist. Denn scheinbar redet er mit einem, den er verloren hat, versucht sich zu rechtfertigen und selbst mit seinem Verlust klarzukommen. Dabei lässt Dupuis absichtlich unklar, ob es sich hier um Liebende oder Geschwister handelt. So erzählt mit seinem Wald-Kammerspiel, dass keine zeitlichen und örtliche Zuschreibungen zu lässt, von schmerzhaften Themen, weiß das in die ruhige Stimmung des Waldes einzubetten und kann damit das Publikum berühren.

Fazit: „Wandering Bird“ ist eine ruhig inszenierte Geschichte über das Abschiednehmen und die Trauer. Dabei wird die Hauptfigur in dem Kurzfilm von Victor Dupuis mit verschiedenen Gefühlen konfrontiert und erfährt in dem Wald, der ihn umgibt, ein Echo.

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Wandering Bird“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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