- Sieben Fragen an Jona Schloßer - 24. April 2026
- „Trance“ (2026) - 24. April 2026
- Kinostarts 23.04.2026 - 22. April 2026
Serienkritik: Die achtteilige Serie „The Bear: King of the Kitchen“ aus der Hand des Serienmachers Christopher Storer und zu sehen bei dem Streaming-Anbieter Disney Plus erzählt von dem stressigen Alltag in einer Restaurantküche und dem Zusammenraufen mit einem neuen Chef. Mit einem rasanten Tempo und vielen Wortgefechten sowie einer authentischen Atmosphäre wird die Geschichte dabei zum Leben erweckt.
Nachdem Michael (Jon Bernthal) sich das Leben genommen hat, übernimmt sein kleiner Bruder Carmy (Jeremy Allen White) dessen Schnellrestaurant. Vor Ort haben viele Mitarbeiter:innen, vor allem Michaels bester Freund Richie (Ebon Moss-Bachrach) den Verlust noch nicht verkraftet. Als dann Carmy auch noch alles umkrempelt, eine Neue (Ayo Edebiri) einstellt und immer wieder am alten System herumschraubt und kritisiert, ist die Luft zum Schneiden dick.
Die 8-teilige Serie aus der Hand des Serienschöpfers Christopher Storer, die bereits jetzt schon mit einer zweiten Staffel weitererzählt wurde und auch diverse Preise, wie den Golden Globe für die Beste Serie, abräumen konnte, bringt einen ungefiltert in die harte Welt einer Restaurantküche. Durch den Verlust des Bosses, Freundes und Bruders Michael geht hier alles drunter und drüber. Nicht nur das Geld ist knapp, sondern auch alle Erneuerungsversuche werden intern oder extern sabotiert. Immer wieder tun sich neue Probleme auf, so kreuzt u.a. das Gesundheitsamt auf, ständig geht etwas kaputt und Carmy deckt auf, dass Michaels bester Freund Richie dort ein Drogengeschäft betreibt.
Wie die Ereignisse sich dort überschlagen, ist auch die Serie inszeniert. Als Zuschauer:innen kann man hier genauso wenig durchatmen wie die Figuren selbst. Diese werden schnell und vielschichtig charakterisiert, so dass man sich ausmalen kann, wie schwierig es sein kann, all diese Befindlichkeiten unter einen Hut zu bekommen. Die Hauptrolle spielt Jeremy Allen White („Shameless“ (2011-2021), „Homecoming“ (2019), „The Iron Claw“ (2023)), dem man stets ansieht, dass hinter seiner professionellen Fassade so viel mehr brodelt. Auch die Rolle der Sydney, die sich komplett neu in das Gefüge integrieren muss, ist mit Ayo Edebiri („Bottoms“ (2023)) fantastisch besetzt. In Rückblenden kann man Jon Bernthal („The Walking Dead“ (2010-2018), „The Peanut Butter Falcon“ (2019), „King Richard“ (2022)) als verstorbenen Bruder Michael erleben. Der Rhythmus der Serie ist eine Kombination aus dem schnellen Küchenalltag und dem Umgang mit Verlust und Trauer. Ein raues Miteinander und stetig wachsender Stress wird nur von wenigen ruhigen Momenten unterbrochen. Als Zuschauer:in kann man bei der Serie wahrlich nicht entspannen, aber definitiv mitleiden und mitfühlen. Den Verlust, die überwältigende neue Situation und auch die Resignation kann man beinah haptisch spüren. Das ist das große Verdienst der Serie, die man auf Disney Plus streamen kann.
Fazit: „The Bear: King of the Kitchen“ erzählt in seiner ersten Staffel von der Hektik und Stress, ein Lokal zu führen. Hinzu kommen tonnenweise Probleme – sei es den Laden betreffend oder die Gefühle aller Protagonist:innen. Dieser Stress und all die Gefühle übertragen sich durch die Inszenierung und das intensive Spiel aller perfekt auf die Zuschauer:innen. Das ist packend und aufreibend. Ein gemütlicher Serienabend sieht jedenfalls anders aus.
Bewertung: 4/5
Trailer zur Staffel 1 der Serie „The Bear: King of the Kitchen“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über die Serie „The Bear: King of the Kitchen“
- Jaschar Marktanner, ‚The Bear: King of the Kitchen – Staffel 1‘, film-rezensionen.de, 2023
- Maik Zehrfeld, ‚Review: „The Bear: King of the Kitchen“ – Staffel 1 – Familiäres Küchendrama‘, serieslyawesome.tv, 2023
- Podcast – Pop Culture Happy Hour, ‚The Bear‘, 12.07.2022


