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Serienkritik: Computerspiele zu verfilmen ist oft eine schwierige Herausforderung, da die Welten, die man erfassen will, meist zu groß sind und das Spielprinzip sich oft schwer übertragen lässt. Nachdem aber bereits die Serienadaption „The Last of Us“ (2023) überzeugen konnte, kann nun die Serie „Fallout“ aus der Hand von Geneva Robertson-Dworet und Graham Wagner ebenfalls zeigen, dass man Spiele gut adaptieren kann.
Lucy (Ella Purnell) führt ein behütetes Leben in einem unterirdischen Bunker. Ihre größte Sorge ist die Suche nach einem passenden Mann, um den Fortbestand der Vault-Bewohner:innen zu sichern. Ihr Vater Hank (Kyle MacLachlan) ist dabei fest an ihrer Seite und erklärt ihr auch, warum die Welt da draußen in Schutt und Asche liegt. Bei der geplanten Hochzeit mit einem Mann aus der Nachbar-Vault kommt es zu einem Angriff. Hank wird entführt und so beschließt Lucy, sich nach draußen zu wagen und im Ödland nach ihm zu suchen. Draußen lauern viele Gefahren, u.a. der Ghul Cooper (Walton Goggins), der hinter dem Wissenschaftler Dr. Siggi Wilzig (Michael Emerson) her ist, der ebenfalls Lucys Weg kreuzt. Mit Maximus (Aaron Moten), einem Knappen der Stählernen Bruderschaft, trifft sie aber auf einen Verbündeten.
Die achtteilige Serie stammt aus der Hand von Geneva Robertson-Dworet und Graham Wagner und wird vermutlich auch mit einer weiteren Staffel fortgesetzt werden. Obwohl die erste Staffel ein durch und durch rundes Bild ergibt, öffnet sie natürlich die Tür für viele weitere Ödland-Geschichten. Die Original-Spielereihe wurde mit „Fallout“ 1997 ins Leben gerufen und mit drei Teilen und einigen Ablegern sowie DLCs fortgesetzt. Der letzte erschienene Fallout-Ableger war „Fallout 76“, der 2018 für PC, Playstation 4 und Xbox One herauskam. Dabei sind die Bedingungen für die Rollenspiele immer ähnlich. Als Vault-Bewohner:in begibt man sich bewaffnet mit der entsprechenden Technologie, die auch die eigenen Werte verändern kann, für eine Mission n das Ödland und trifft dabei auf viele Ortschaften, Gruppierungen, aber auch oft eine leere Nach-Atomkriegs-Wüste, die man durchqueren muss. Das Konzept übernimmt die Serie mit der Figur Lucy sehr stimmig, auch der so wichtige Blick auf die eigenen Fähigkeiten wird hier ganz im Rollenspiel-Gedanken wunderbar eingebaut. Spieler:innen erkennen so in der gesamten Serie immer wieder Referenzen. Der Einsatz der drei Hauptfiguren Lucy, Maxximus und Cooper ist dabei besonders clever, denn er zeigt die unterschiedlichen Spielweisen, wie man in Fallout spielen kann. Ein neuer Aspekt sind die Rückblenden in der Serie. Diese schaffen einen besseren Zugang für Zuschauer:innen, die kein Vorwissen haben und so die Welt von „Fallout“ erklärt bekommen.
Die Optik der Spiele ist wunderbar übertragen worden und besticht durch seinen charmanten Retro-Look. Denn in der „Fallout“-Welt geschah der Atomschlag in den 50er Jahren und so sind das Design, die Architektur und die Ausstattung in dieser Zeit stecken geblieben. Ebenso die Musik, welche hier genau wie im Spiel wunderbar eingebaut wird und zur Stimmung beiträgt. Da es sich aber auch um eine Zukunfts-Dystopie handelt, gibt es natürlich auch fortschrittliche Techniken und Waffen, sodass man einen gelungenen Mix aus Vergangenheit und Zukunft erhält. Das Ödland mit all seiner Tristesse – im Spiel läuft man manchmal stundenlang durch leere Areale – und all seinen Gefahren, aber auch Seltsamkeiten, weiß die Serie einzufangen. So unterschiedlich die verschiedenen Lebensweisen sind, so unterschiedlich oder auch verstrahlt sind die Bewohner:innen. Mit Ella Purnell als Lucy mit ihren großen Augen wirkt die naive junge Frau perfekt besetzt, vor allem für die rührseligen Momente mit ihrem Vater – wie immer großartig Kyle MacLachlan („Twin Peaks“ (1989-1991), „Dune“ (2021)), kann aber dann doch austeilen. Ebenso dabei sind Sarita Choudhury („Learning to Drive“ (2014)), Aaron Moten („Disjointed“ (2017-2018)), Moises Arias („Nacho Libre“ (2006), „Drei Schritte zu Dir“ (2019)) und Walton Goggins („The Hateful 8“ (2015)).
Fazit: „Fallout“ ist eine achtteilige Spiele-Adaption aus der Hand von Geneva Robertson-Dworet und Graham Wagner. Mit den verschiedenen Figuren und Handlungssträngen sowie den gut gemachten Rückblenden und einem perfekten Händchen für Look und Sound gelang ihnen eine sehr unterhaltsame Serie, die auch Fans der Spiele – wenn auch mit einem gewissen Nostalgie-Gefühl – glücklich machen kann.
Bewertung: 4/5
Trailer zur Staffel 1 der Serie „Fallout“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Wikipedia-Artikel über die Serie „Fallout“
- Wikipedia-Artikel über die Serie „Fallout“ (englisch)
- Andreas Rauscher, ‚Amazon: »Fallout«‘, epd-film.de, 2024
- Carola Padtberg, ‚»Fallout« auf Amazon Prime bekommt 2. Staffel: Oki-doki zur nächsten Staffel‘, spiegel.de, 2024
- Ferdinand Meyen, ‚Serienkritik: „Fallout“ lässt Köpfe zerplatzen – und Träume vom Kapitalismus‘, br.de, 2024
- Podcast Das Filmmagazin, ‚Wir privatisieren das Ende der Welt – Funktioniert Fallout als Serie?‘, filmmagazin.org, 2024
- Christian Schiffer, ‚Fallout – Funktioniert Open World auch als Serie?‘, deutschlandfunk.de, 2024
- Pop Culture Happy Hour, ‚‚Fallout‘ is bleak but funny science fission‘, npr.org, 2024

