„Drei Schritte zu Dir“ (2019)

Filmkritik: Der Serien-Schauspieler Justin Baldoni hatte sich bereits in seiner Dokumentation „My last Days“ mit der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose beschäftigt. Inspiriert von den wahren Geschichten u.a. der YouTuberin Claire Wineland verfilmte er in „Drei Schritte zu Dir“ (OT: „Five Feet Apart“, USA, 2019) nun die fiktive Liebesgeschichte zweier Patienten, die sich eigentlich nicht nähern dürften.

Stella (Haley Lu Richardson) ist eine mustergültige Patientin. Sie leidet an Mukoviszidose, doch bekämpft sie die Krankheit mit Kontrolle, Ordnung und mit einem YouTube-Kanal an. Sie bewegt sich im Krankenhaus nach ihrem eigenen Rhythmus und hat mit Poe (Moises Arias) dort auch einen Freund gefunden. Als sie Will (Cole Sprouse) kennenlernt, gerät ihre Welt außer Kontrolle. Nicht nur seine rebellische Art, sondern auch sein Widerwille sich um Besserung zu bemühen, stoßen bei ihr an. Sie muss ihm einfach helfen und nötigt ihn dazu, mit ihr zusammen den Therapieplan zu machen. Mit der Zeit lernen sie sich immer besser kennen und verlieben sich, doch aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr dürfen die beiden sich nicht nähern, sondern müssen stets drei Schritte zueinander Abstand halten.

Haley Lu Richardson
© Universal Pictures Germany

Die Geschichte der beiden Mukoviszidose-Patienten, welche an dieser unheilbaren Stoffwechselerkrankung leiden, stammt aus der Hand der beiden Drehbuchautoren Tobias Iaconis und Mikki Daughtry. Ihr Drehbuch basiert dabei auf dem realen Ehepaar Katie und Dalton Prager, die trotz der Krankheit zueinander gefunden haben und beide im Jahr 2016 starben. Auch der Autor John Green sagt, dass sein Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2012) auf den beiden beruht. Doch statt die Krankheit zu ändern, wie es in dem fiktionalen Stoff passiert ist, bleiben die beiden DrehbuchautorInnen bei ihrem Werk der Krankheit treu. Der Schauspieler Justin Baldoni (*1984), bekannt vor allem aus „Jane the Virgin“ (2014-2019) nahm sich des Stoffs an. Aufgrund seiner vorhergehenden Dokumentarfilmreihe „My Last Days“ und der Bekanntschaft mit der mittlerweile verstorbenen YouTuberin Claire Wineland war er mit dem Thema schon sehr vertraut. Als Regisseur gibt er dieser eigentlich klassischen Teeny-Romanze ein authentisches Gewand. Der Alltag der Mukoviszidose-Patienten wird hierbei realitätsnah und auch unverblümt mit all seinen Schattenseiten eingefangen. Der Tod eines jungen Mannes wird so nicht als reines Drama-Element eingebaut, sondern macht die Härte der Krankheit bewusst und kann auf diese Weise berühren. Trotzdem besitzt der Film genügend Elemente, um auch das junge Zielpublikum anzusprechen. Schlagfertige Dialoge und romantische Szenen untermalen die Zuneigung der beiden Darsteller hervorragend. Auch die Wahl von Haley Lu Richardson („Split“ (2016) und „Columbus“ (2017) und Cole Sprouse, den man vor allem aus der Netflix-Serie „Riverdale“ (2017-2019) kennt, sind die perfekte Besetzung der beiden sehr unterschiedlich angelegten Rollen. Beide schaffen es die Facetten ihrer Figuren darzustellen und mit viel Gefühl nicht nur ihre Romanze, sondern auch die Krankheit zu bebildern. Dabei handeln die beiden natürlich, wie es sich auch für die Jugend gehört, nicht immer vernünftig. Doch das Wissen, dass der Film dabei stets nah an der Realität bleibt und von einer wahren Geschichten im Hintergrund belebt wird, lässt ihn niemals in Abstruse und Unlogische abgleiten. So bietet er mit talentierten Darstellern und mit viel Gefühl nicht nur für junge oder weibliche Zuschauer wunderbare Unterhaltung, sondern kann auch Erwachsene in seinen Bann ziehen

Haley Lu Richardson und Cole Sprouse
© Universal Pictures Germany

Fazit: Der amerikanische Spielfilm „Drei Schritte zu Dir“ besitzt alles an Qualitäten, was von einem romantischen Teeni-Film mit ernsthaften Hintergrund erwartet wird und wandelt so erfolgreich auf Spuren von Filmen wie „Der Schicksal ist ein mieser Verräter”. Außergewöhnlicherweise entstand der einfühlsame und ja auch kitschige Film ohne eine ansonsten gängige Buchvorlage und erzählt eine schöne Geschichte, nah an der Realität, doch romantisch genug für jedes Mädchen-Herz. Das verdankt der Film auch seinen beiden Hauptdarstellern, die sich gegenseitig wunderbar den Ball zu spielen, so dass man am Ende bestimmt die eine oder andere Träne verdrückt.

Bewertung: 7,5/10

Kinostart: 20. Juni 2019 / DVD-Start: 31. Oktober 2019

Trailer zum Film „Drei Schritte zu Dir“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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