„Riverdale“ (Staffel 1, 2017)

Serienkritik: Die amerikanische Serie „Riverdale“, deren erste Staffel mit 13 Folgen 2017 veröffentlicht wurde, basiert lose auf einer Comicreihe und vereint im stilsicheren Gewand viele Genres. Das führt zu einem übertriebenen Mix, der wirklich vor keiner Wendung und keinem klassischen Element zurückschreckt.  

Der reiche Jason Blossom (Trevor Stines) wird tot am Sweetwater River gefunden. Die ganze Gemeinschaft von Riverdale ist in Aufruhr und sucht den Mörder, u.a. natürlich der Sheriff Tom Keller (Casey Cott) und Jasons Zwillingsschwester Cheryl (Madelaine Petsch), die auch nicht davor zurückschreckt, alle zu verdächtigen, inklusive ihrer eigenen Eltern. Auch in der Highschool ist es das bestimmende Thema. Der Footballstar Archie Andrews (K. J. Apa), seine Nachbarin Betty Cooper (Lili Reinhart) und sein bester Freund Jughead Jones (Cole Sprouse) stellen eigene Nachforschungen an. Das Quartett komplett macht die neue Mitschülerin Veronica Lodge (Camila Mendes), welche, nachdem ihr Vater im Gefängnis landete, in die Heimatstadt ihrer Eltern zurückgezogen ist. Während der Mord aufgeklärt werden soll, ergeben sich immer wieder neue Verdächtige und viele Geheimnisse treten zutage.

Madelaine Petsch

Basierend auf den gleichnamigen Figuren der Archie Comics, einer sehr erfolgreichen Reihe seit 1941 aus der Hand von John L. Goldwater, Vic Bloom und Bob Montana, schufen die beiden Serienschreiber Greg Berlanti und Roberto Aguirre-Sasasa die Netflix-Serie unter dem Namen „Riverdale“. In Riverdale finden alle Figuren rund um Archie Andrews ihr Zuhause und auch hier gibt es, wie in der Vorlage, die typischen Teenager-Probleme und Liebeleien. Doch ganz im Sinne von anderen Teeny-Mystery-Krimi-Serien á la „Pretty Little Liars” (2010-2017) und „Tote Mädchen lügen nicht“ (seit 2017) verschieben sie ihre Geschichten immer weiter ins Düstere. Ein Mordfall bringt alles in Rollen und von Folge zu Folge werden mehr Geheimnisse offenbart. Sie schrecken dabei nicht vor klassischen, stereotypischen Wendungen zurück, verbinden alle Charaktere miteinander und setzen stets noch eins drauf. Am Ende der 13 Folgen hat man das Gefühl, dass ein Übermaß an Übertreibungen erreicht worden sei, doch alle, die weiterschauen, werden diesbezüglich eines Besseren belehrt. Doch vorerst ist man als Zuschauer mit der Auflösung zufrieden und könnte sich gut vorstellen, Riverdale an dieser Stelle zu verlassen, obwohl es noch drei weitere Staffeln gibt.

Cole Sprouse und Lili Reinhart

Was den Zuschauer überhaupt solange bei der Stange hält, ist die visuelle Ausgestaltung. Angesiedelt zwischen Mystery, Kleinstadt-Idylle, Gangster-Film und Highschool-Komödie besitzt die Serie einen sehr artifiziellen Look. Das trifft nicht nur auf die Ausgestaltung der Ortschaften und der Farbdramaturgie zu, die stark mit Kontrasten und Neonfarben arbeitet, sondern auch auf die Darsteller. Mit einer Riege von Jungdarsteller, die alle auf hoch stilisierte Art hübsch sind und jede Figur einen eigenen Typus verkörpert. So sind die drei Hauptprotagonisten, gespielt von Lili Reinhart, Camila Mendes und Madelaine Petsch, blond, schwarz- und rothaarig. Die Highschool-Jungs, die allesamt von Männern verkörpert werden, sind alle durchtrainiert und keiner von denen kämpft mit Pubertätserscheinungen. Zu der Künstlichkeit der Highschool-Kids passt der übertriebene Handlungsverlauf, der kaum noch was mit normalen Schulalltag zu tun hat. Abgerundet wird der Cast durch Stars vergangener Zeiten. U.a. sieht man Luke Perry, der durch „Beverly Hills, 90210“ (1990-2000) bekannt geworden ist, und die 80er-Jahre-Ikone Molly Ringwald („Breakfast Club“ (1985)). Allgemein bietet die Serie viele Rückbezüge, Zitate und popkulturelle Anspielungen. Das macht Spaß, auch wenn man nicht alle versteht – da manche doch eher in Amerika verwurzelt sind. Mit der richtigen Einstellung – man sollte diese Serie auf keinen Fall zu ernst nehmen – kann man dieser einen gewissen Unterhaltungswert abgewinnen und sich gerade in der Gruppe auch etwas darüber mokieren. „Riverdale“, ein Netflix-Original, richtet sich dabei sicherlich an junge Zuschauer, denn alle anderen werden sich das eine oder andere Mal garantiert die Haare raufen und nicht bei jedem Waschbrettbauch in Verzückung geraten.

Cole Sprouse, K.J. Apa und Molly Ringwald

Fazit: Die amerikanische Serie „Riverdale“ basiert lose auf einer Comic-Reihe, spinnt die Geschichte aber ins Mysteriöse und als Krimi weiter. Mit einer klassischen Whodunit-Geschichte und dem artifiziellen Look kann die Serie, trotz hanebüchener Wendungen und Stereotypen, unterhaltsam sein und das nicht nur, aber vor allem für ein junges Publikum.

Bewertung: 3/5

Trailer zur Staffel 1 der Serie „Riverdale“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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