„Riverdale“ (Staffel 2, 2018)

Serienkritik: Nachdem die erste Staffel der amerikanischen Serie „Riverdale“ noch für gute Unterhaltung mit ihrem überdrehten Genremix und der stilisierten Ästhetik sorgte, driftet die Serie ab ihrer zweiten Staffel, erschienen 2018, absolut ins Unglaubwürdige und Abstruse ab, kann die Zuschauer aber trotzdem bei der Stange halten.

Obwohl der Tod an Jason Blossom aufgeklärt wurde, geht in Riverdale trotzdem nichts wieder seinen geregelten Gang. Denn mit Hiram Lodge (Mark Consuelos), Veronicas (Camila Mendes) Vater, ist ein Unternehmer aufgetaucht, der frisch aus dem Knast zurück ist und Großes mit der Stadt vorhat. Vor allem auf die heruntergekommene Southside hat er es abgesehen. Dort entwickelt sich unter der Führung von Jughead Jones (Cole Sprouse), der sich vom Schreiber-Nerd zum brutalen Gang-Anführer mausert, der Widerstand gegen Lodge, unter dessen Händen Archie (K. J. Apa), Jugheads bester Freund, zum Kapo mutiert. Betty (Lili Reinhart) hat ein anderes Problem. Ein geheimnisvoller Serienmörder mit einer schwarzen Haube bedroht die Stadt, tötet nach und nach alle vermeintlichen Sünder und sieht Betty als seine Gehilfin an. Neben all den Problemen, Gangaktivitäten, Verstrickungen und Morden verlieren sich die Pärchen und Freunde immer weiter aus den Augen und den Blick fürs Alltägliche ebenso.

Cole Sprouse
© 2016 The CW Network.

Die Serienmacher Greg Berlanti (*1972) und Roberto Aguirre-Sacasa (*1975) schufen mit ihrer Serie „Riverdale“, die lose auf einer Comicbuchreihe basiert, einen bunten Mix aus verschiedenen Genres. In der ersten Staffel war diese waghalsige Mixtur aus Teeny-Filmchen, Krimi und Horror noch unterhaltsam. Doch schon bei der zweiten Staffel hat man das Gefühl, dass die Serienschöpfer dachten, da geht noch mehr. Die 22 Folgen sind ein wilder Ritt durch viele Genres, in denen eine Menge Klischees bedient werden. Gerade die Geschichte des bürgerlichen Gangsterbosses Hiram Lodge und die Gangrivalitäten bietet eine Vielzahl von Stereotypen. Doch das allein hätte der Serie nicht den Hals gekostet, sondern das Handeln der Hauptcharaktere lässt einen verärgert zurück. Würde man wirklich innerhalb von drei Tagen vom Schreiberling zum Ganganführer mutieren? Würde man ohne zu zögern einen Leiche entsorgen? Würde man wirklich ein eigenes Geschäft aufziehen, während man noch auf der Highschool ist? Die Handlungen sind irrational, nicht nachvollziehbar und machen die Charaktere leider unglaubwürdig und unecht.

K.J. Apa, Camila Mendes, Lili Reinhart und Cole Sprouse

In diese Serie wurde wirklich alles reingepackt, so dass man meist kopfschüttelnd dasitzt und sich denkt: ‚Auch das noch.‘ Doch wenn man es etwas entspannter sehen kann, sich vielleicht an dem artifiziellen Stil erfreut oder die Charaktere lieb gewonnen hat, die es einem mit ihren enormen Veränderungen aber nicht leicht machen, kann man sich trotzdem noch unterhalten lassen. Doch richtig Spaß macht es nicht, auch wenn man am Ball bleibt, weil man doch gerne wissen möchte, wie es endet. Dabei erinnert die Serie „Riverdale“ in ihrem hanebüchenen Verlauf an andere Teeny-Serien wie „Gossip Girl“ (2007-2012) oder „Pretty Little Liars“ (2010-2017), die immer noch eine Schippe drauf legten und damit immer weniger ansprechend waren. Haben diese Art Serien Angst ihr Publikum zu verlieren, wenn sie nicht kräftig übertreiben und die Geschichte weiter spinnen? Erwachsene Zuschauer sind definitiv von dem Verlauf dieser Serie abgeschreckt und werden kaum die dritte Staffel ansehen, die Elemente wie eine Sekte, Okkultismus und weitere Morde parat hält.       

Cole Sprouse und K.J. Apa
© 2016 The CW Network.

Fazit: Die zweite Staffel der amerikanischen Serie „Riverdale“, die vor allem für junge Darsteller gedacht ist, bleibt zwar ihrem stilistischen, ansprechenden Aussehen verbunden, treibt es aber auf erzählerischer Ebene zu bunt. Dabei fällt nicht der übertriebene Genre-Mix auf, sondern vor allem die Charaktere, die sich nicht nachvollziehbar entwickeln und so auch handeln. Die Spannung kann die Serie trotzdem halten, jedoch wird sie die meisten Zuschauer verärgert und kopfschüttelnd zurücklassen. Das bietet wirklich wenig Unterhaltungsfaktor und eignet sich eher als Nebenbei-Beschallung.  

Bewertung: 2/5

Trailer zur Staffel 2 der Serie „Riverdale“:

geschrieben von Doreen Matthei

Quellen:

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