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Filmkritik: Der Spielfilm „Tandem – In welcher Sprache träumst du?“ (OT: „Langue Étrangère“, Frankreich/Deutschland/Belgien, 2024) der französischen Regisseurin Claire Burger, der seine Weltpremiere auf der 74. Berlinale 2024 feierte, ist die Coming-of-Age-Geschichte zweier junger Frauen, die mit den unterschiedlichsten persönlichen wie gesellschaftlichen Sorgen zu kämpfen haben.
Im Zuge eines Schüleraustausches kommt die 17-jährige Französin Fanny (Lilith Grasmug) nach Leipzig. Dort trifft sie auf die engagierte Lena (Josefa Heinsius), die nur wenig Lust auf diesen Austausch hat, aber von ihrer Mutter Susanne (Nina Hoss) überredet wurde. Die Annäherung ist dementsprechend schwierig, da Fanny auch etwas zurückhaltender ist. Doch irgendwann finden sie zusammen und kommen sich dabei auch körperlich näher. Als dann Lena nach Frankreich zu ihrer Freundin reist und deren Mutter Antonia (Chiara Mastroianni) kennenlernt, findet sie heraus, dass Fanny viel über ihr Leben gelogen hat und hinterfragt so auch ihre gemeinsame Zeit.
Der 105-minütige Spielfilm von Claire Burger („Party Girl“ (2014)), für den sie zusammen mit Léa Mysius auch das Drehbuch geschrieben hat, ist ein vielschichtiges Generationsportrait der heutigen Jugend. Diese schlägt sich nur mit ihrer persönlichen Entwicklung und ersten Liebeleien herum, sondern sorgt sich auch um große gesellschaftsrelevante und politische Themen. Genau dazwischen bewegt sich auch der Film: Er begleitet die beiden auf Demonstrationen, erzählt von den großen Themen der Zeit und zeigt, wie die beiden sich dort engagieren und sich dabei manchmal auch aus den Augen verlieren. Auch geht Burger dabei auf die beiden Länder Deutschland und Frankreich mit ihren spezifischen Bewegungen ein. Darüber hinaus erleben wir auch viele Momente von Zweisamkeit, in denen sich die jungen Frauen einander öffnen können.
Die 105 Minuten sind damit sehr gut gefüllt, sodass gefühlt keine ruhige Minute einkehrt. So hat der Film zwar keine Längen, nimmt sich aber auch keine Zeit dafür, alle Themen richtig auszudiskutieren. Er bietet aber einen guten Gesamteindruck, wie es ist, in dieser Zeit erwachsen zu werden. Dass dies so gut funktioniert, liegt auch an den beiden Jungdarstellerinnen Lilith Grasmug („Passagiere der Nacht“ (2022)) und Josefa Heinsius, welche ihre Figuren mit allen Ecken und Kanten und sowohl Stärke als auch Verletzlichkeit verkörpern. Abgerundet wird der Cast von den beiden Mütter-Darstellerinnen Nina Hoss („Barbara“ (2012), „Tar“ (2022)) und Chiara Mastroianni („Prêt-à-Porter“ (1994), „Chanson der Liebe“ (2007)), die nochmal einen anderen Blick auf die Geschichte ermöglichen. Inszeniert ist der ganze Film dabei sehr authentisch und weiß sich vor allem auf das Spiel seiner Schauspieler:innen zu konzentrieren.
Fazit: „Tandem – In welcher Sprache träumst du?“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte zweier junger Frauen aus Deutschland und Frankreich. Die Regisseurin und Autorin Claire Burger zeigt dabei ein breites Feld persönlicher und gesellschaftsrelevanter Themen und macht greifbar, wie es ist, heutzutage erwachsen zu werden.
Bewertung: 7/10
Kinostart: demnächst
Trailer zum Film „Tandem – In welcher Sprache träumst du?“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 74. Internationale Filmfestspiele Berlin 2024 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb‘)
- Eintrag des Films „Tandem – In welcher Sprache träumst du?“ beim Festival des Deutschen Films Ludwigshafen
- Wikipedia-Artikel über den Film „Tandem – In welcher Sprache träumst Du?“
- Luise Bruche, ‚Tandem – In welcher Sprache träumst du?‘, film-rezensionen.de, 2024


