„The Assistant“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Peru / Fiktion / 2023

Filmkritik: Der peruanische Filmemacher Pierre Llanos blickt in seinem Kurzfilm „The Assistant“ (OT: „La Asistente“), der im Internationalen Wettbewerb des 40. interfilm Festival Berlin 2024 lief, auf gleich zwei gesellschaftsrelevante Themen seines Landes.

Die 13-jährige Clara (Illari Pérez) hilft ihrem Vater (Pold Gastello) in seiner Zahnarztpraxis aus. Das ist zwar nicht legal, aber ohne ihre Hilfe bekommt er die Arbeit nicht gestemmt. Als eine neue Patientin auftaucht, wird Clara hinaus geschickt. Doch ihre Neugier lässt sie nicht los und so wird sie Zeugin eines Verfahren, das meistens im Geheimen passiert. 

Der 20-minütige Kurzfilm von Pierre Llanos, der auch das Drehbuch dafür schrieb, erzählt aus der Perspektive eines Kindes von der routinierten Arbeit bei ihrem Vater, dem Zahnarzt. Dann kommt eine Schwangere mit dem Wunsch der Abtreibung zu ihm. In Peru ist dies verboten, passiert aber trotzdem im Verborgenen. Der Staat verurteilt diese Praxis, ganz im Gegenteil zu Kinderarbeit, die weitesgehend als normal wahrgenommen wird. So blickt der Film auf den größeren Komplex der Kinderarbeit, aber erzählt auch die intime

Illari Pérez und Pold Gastello

Geschichte einer Abtreibung. Er findet dafür eine kammerspielartige Inszenierung, die auch von seiner beklemmenden Atmosphäre lebt. Dabei adaptiert er den visuellen Stil von Wong Kar-Wai (Hong Kong) hier in diesem Kurzfilm und schafft gleichzeitig eine sehr authentische Umgebung. Was auch durch das hervorragende Spiel aller Beteiligten, allen voran die Jungdarstellerin Illari Pérez untermauert wird. 

Fazit: „The Assistant“ ist ein Kurzfilm von Pierre Llanos, der sich mit den Themen Kinderarbeit und Abtreibung auf sehr authentische Weise und aus der Sicht eines Kindes beschäftigt. Dabei findet er den passenden Inszenierungsstil und stellt, ohne sie direkt auszusprechen, die richtigen Fragen. 

Bewertung: 7,5/10

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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