„Vika!“ (2023)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Auf dem 63. DOK Leipzig 2023 lief die gutgelaunte Dokumentation „Vika!“ (Polen/Deutschland/Finnland, 2023) von  Agnieszka Zwiefka, die darin von einer Frau über achtzig erzählt, die keine Lust darauf hatte, sich im Alter zur Ruhe zu setzen.

Die 74-minütige Dokumentation heftet sich an die Fersen der 84-jährigen Wirginia „Wika“ Szmyt, die nach einem Leben als Hausfrau und Mutter neue Lebenslust verspürte und DJane wurde. Das Zusammentreffen mit jungen Menschen, die Musik und das Herausputzen für die Abende gibt ihr neue Lebensenergie, die nicht einmal die Corona-Pandemie eindämmen konnte. 

Die Dokumentation begleitet und interviewt die polnische Rentnerin, die keine Rentnerin sein will. Sie erzählt von ihrem neuen Leben und als Zuschauer:in erlebt man sie hinter dem DJ-Pult und wie junge Menschen sich nicht nur als Sensationsfaktor über sie freuen und mit ihr in Kontakt treten. Hinzu kommen traumartige Szenen von Vika und ihren Altersgenossinnen, die sich der Musik, dem Rhythmus und der Lebenslust hingeben. Diese sind farbenfroh inszeniert und schön choreographiert. Das ist im Gesamten eine Weile unterhaltsam, hätte sich aber eher als Kurzfilm geeignet. Die Regisseurin Agnieszka Zwiefka dokumentiert zu Recht diese mit Lebensenergie ansteckende Frau, hat aber zu wenig Geschichte für einen Langfilm in der Hinterhand. So kommt leider ein Gefühl von Langeweile auf, wenn sich die Szenen zu sehr ähneln und wiederholen, da der Grundgeschichte keine neuen Aspekte hinzugefügt werden können.

Fazit: „Vika!“ von Agnieszka Zwiefka ist eine wohlwollende Dokumentation über eine Rentnerin, die sich glücklicherweise nicht dem typischen Altersgebaren anpasst, sondern das Leben genießt. Die Protagonistin ist genauso charmant wie die traumartigen Tanzszenen, aber leider hat der Film darüber zu wenig zu sagen, um die Gesamtlänge des Films gut zu füllen.

Bewertung: 6/10

Kinostart am 16. Januar 2025

Trailer zum Film „Vika!“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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