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Kurzfilm / Deutschland, USA / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „Schwarzmoll“ (ET: „Blackmoll“) der Regisseurin Alessia Mandanici, der auf den 58. Internationalen Hofer Filmtage 2024 lief, ist ein berührender Kurzfilm über Demenz und mit seiner einfühlsamen Inszenierung auch sehr gut für ein jüngeres Publikum geeignet.
Karla (Finja Leonie Meyer) verbringt gerne Zeit bei ihrer Oma Bellstedt (Elisabeth Rath). Neuerdings sieht sie aber immer wieder einen Schwarzmoll in ihrer Wohnung. Während Klaras Mutter Astrid (Evi Kehrstephan) überlegt, die Oma in ein Heim zu geben, beschließt Klara, den Schwarzmoll als Beweis zu fangen.
Die Filmemacherin Alessia Mandanici erzählt basierend auf eigenen Erfahrungen mit ihrer Großmutter eine Geschichte, die sich mit der Demenz-Erkrankung der Oma aus Sicht der Enkelin beschäftigt. Dabei nimmt der Film konsequent den Blick der jungen Karla ein, die hervorragend von Finja Leonie Meyer gespielt wird. Mit ihr sehen wir, dass ihre Oma eigenständig und cool ist. Klara steht fest an ihrer Seite und akzeptiert, dass es auch Fabelwesen gibt. Im Gegensatz dazu erfahren wir durch die Gespräche der Mutter, wie anders das von den Erwachsenen wahrgenommen wird. Hier geht es um die Frage, die Mutter
ins Heim geben zu müssen. Dies widerfährt vielen Familien – wie geht man mit dem Alter und dem Erkranken geliebter Menschen um? „Schwarzmoll“ kann dazu einen Beitrag leisten und jungen Menschen diese Situation, die viele Kinder miterleben, näherbringen und erklären. Doch auch für erwachsene Zuschauer:innen funktioniert der Film als zarte Familiengeschichte sehr gut. Das liegt auch an der Inszenierung, die die Geschichte absichtlich in eine romantisierte Umgebung versetzt. Dafür hat sie ein zauberhaftes Städtchen aus mehreren Orten in Rheinhessen kreiert und verleiht der Geschichte, die im Kern realistisch ist, einen beinahe märchenhaften Rahmen.
Fazit: „Schwarzmoll“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Alessia Mandanici, die darin für Jung und Alt eine Geschichte über Demenz erzählt und wie es sich für die einzelnen Familienmitglieder anfühlt. Dabei setzt sie auf eine schöne Wohlfühl-Inszenierung, die das schwere Thema gut zu transportieren weiß und sich auch als Ausgangspunkt für Gespräche mit jungen Zuschauenden anbietet.
Bewertung: 7/10
Trailer zum Kurzfilm „Schwarzmoll“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 58. Internationale Hofer Filmtage 2024 – Katalog (Programm ‚Kurzfilme‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sieben Fragen an Alessia Mandanici‘, testkammer.com, 2025
- Website der Regisseurin Alessia Mandanici
- Eintrag des Kurzfilms „Schwarzmoll“ auf der Website des Kameramanns Stephan Buske
