„Mother’s Child“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Niederlande / Animation / 2025

Filmkritik: Der niederländische Kurzfilm „Mother’s Child“ von Naomi Noir, der seine internationale Premiere im ‚Berlinale Shorts‘-Programm der 75. Berlinale 2025 feierte und danach auf Festivals wie dem 37. Filmfest Dresden 2025 lief, ist ein Animationsfilm, der sich mit dem Thema häusliche Pflege auf seine Weise auseinandersetzt.

Mary (Sprecherin: Maya Devincenzi Dil) ist die Mutter eines erwachsenen Sohns, der aber eine Vollzeit-Pflege braucht, die sie selbst übernimmt. Dabei kümmert sie sich um alles, was anfällt, sei es, ihm auf der Toilette zu helfen, Aufwendungen für ihn zu beantragen oder ihm eine liebende Mutter zu sein. In ihren Telefonaten mit den Behörden hat sie zu der eigentlichen Arbeitsbelastung auch ständig das Gefühl, immer mehr im bürokratischen Chaos zu versinken.

Die niederländische Regisseurin und Animationskünstlerin Noami Noir, die zusammen mit der Sprecherin und Autorin Maya Devincenzi Dil das Drehbuch verfasst hat, erzählt eine persönliche Geschichte aus ihrer eigenen Familie. Als Schwester eines pflegebedürftigen Bruders hat sie erlebt, wie ihre Mutter mit der Bürokratie kämpfte. Das erzählt sie in ihrem neun-minütigen Kurzfilm, wobei sie mit einer englisch sprachigen Autorin zusammengearbeitet hat, welche der Geschichte nicht nur etwas Distanz und eine universelle Sprache verleiht, sondern auch etwas vom britischen, lakonischen Humor hinzufügt. Auf der visuellen Ebene sehen wir einen Mix aus 2D-Zeichnungen und 3D-Elementen. Die Figuren besitzen dabei keine festen Konturen, zerfließen in ihren Körpern und mit ihren Bewegungen und besitzen auch eine gewisse Hässlichkeit. Hinzu kommt ein sparsamer Einsatz von Farben und das Fehlen von Details. Trotzdem kann man als Zuschauender alles erfassen und erkennt den Stil als wichtiges Element an, um die Seelenlage der Protagonistin visuell greifbar zu machen. So ist der Film auch über die persönliche Ebene hinaus ein klares Statement für eine menschlichere Bürokratie im Bereich der Pflege und auch ein Hinschauen auf die Arbeit, welche Pflegende in so vielen Bereichen und auch oft unerkannt zu Hause leisten. Kein Wunder, dass er so erfolgreich auf den Festivals läuft und u.a. auf dem Kaboom Animation Festival als ‚Best Dutch Student Short‘ ausgezeichnet wurde.

Fazit: „Mother’s Child“ ist ein Kurzfilm der Regisseurin Naomi Noir, die darin mit eigenwilligen aber gelungenen Animationen – einem Mix aus 2D und 3D – die Geschichte der häuslichen Pflege eines erwachsenen Kindes erzählt und dabei auf die Hürden, Sorgen und den sehr anstrengenden Alltag aufmerksam macht. 

Bewertung: 7,5/10

Trailer zum Kurzfilm „Mother’s Child“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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