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Filmkritik: Der deutsche Spielfilm „Good News“ (Deutschland, 2024) ist das Langfilmdebüt von Hannes Schilling und feierte seine Weltpremiere auf dem 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024, wo er auch den Preis für den gesellschaftlich relevanten Film gewann.
Der Journalist Leo (Ilja Stahl) hält sich schon seit geraumer Zeit im Süden Thailands auf, um mehr über eine geheime Rebellengruppe zu erfahren. Diese Reportage soll auch seinen journalistischen Durchbruch bringen, damit er zu seiner Tochter nach Berlin zurückkehren kann. Aber all seine Anläufe und Kontakte bringen nicht das erwünschte Ziel, doch gegenüber seiner Redaktion beschönigt er das Ganze. Eines Tages steht der Fotograf Julian (Dennis Scheuermann) vor der Tür und möchte die passenden Fotos zu dem Rebellenartikel schießen. Damit Leos Lüge nicht auffliegt, setzt er alles daran, dass es doch Material gibt und geht dabei einen gefährlichen Weg.
Der deutsche Regisseur Hannes Schilling, der zusammen mit Ghiat Al Mhitawi das Drehbuch geschrieben hat, verarbeitet in seinem ersten Spielfilm eigene Erfahrungen und reale Ereignisse rund um das Thema Journalismus. Bei einem Filmprojekt in Südafrika stand er selbst vor einem Dilemma, seine privaten Verbindungen, die er aufgebaut hat, für seinen Film zu nutzen, damit aber womöglich die Menschen in Gefahr zu bringen. So entstand eine Gewissensfrage: Wie weit würde man für die Karriere oder den Beruf gehen? Dieses Grunddilemma überträgt er in seinen 80-minütigen Spielfilm. Im Zentrum steht ein unsympathischer Journalist, der sich selbst in eine Sackgasse manövriert hat und wo man bereits am Anfang ahnt, dass es nicht gut ausgehen kann und wird. Leider fehlt es dadurch an Sympathie und Spannung, so dass man über den Fortgang des Films nicht überrascht wird oder wenigstens Anteilnahme aufbringen kann.
Die Figur Leo, überzeugend von Ilja Stahl gespielt, legt so viele unangenehme Eigenschaften an den Tag, dass man ihm keinen Erfolg gönnt. Es ist zwar lobenswert, dass Hannes Schilling es wagt, diese Antihelden-Figur ins Zentrum der Geschichte zu stellen, aber etwas mehr Charisma und Engagement hätten der Figur nicht geschadet, so dass man nicht das Gefühl hat, dass Leo sich vor allem treiben lässt. Damit wäre er auch mehr in die Nähe des großen journalistischen Betrügers Claas Relotius gerückt, dessen Geschichte hier nur leicht widerhallt. Inszeniert ist der Film stimmig in Schwarz-Weiß, welches das Unbeschwerte aus dieser sonnigen und vor Farben strotzenden (Urlaubs-)-Region entzieht und so schon auf der Bildebene deutlich macht, dass es hier nicht um eine Wohlfühlatmosphäre geht. Zudem erinnert es auf diese Weise auch an Krimi-Klassiker und das passt gut zu der Idee vom einsamen Helden, als der sich Leo womöglich selbst sieht.
Fazit: „Good News“ ist ein Spielfilm von Hannes Schilling, in dem der Regisseur mediale und private Ereignisse verarbeitet und mit moralischen Fragen kombiniert. Der in Schwarz-Weiß inszenierte Film arbeitet sich dabei an den Fragen ab, wagt es, eine sperrige und unsympathische Hauptfigur zu inszenieren, schafft es aber nicht Spannung zu erzeugen, da man den Fortlauf der Handlung voraussehen kann und sich auch für die Figuren nicht interessiert.
Bewertung: 5,5/10
Kinostart: 22.5.2025
Trailer zum Film „Good News“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 45. Filmfestival Max Ophüls Preis 2024 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Spielfilm‘)
- Wikipedia-Artikel über den Film „Good News“
- Deutschlandradio, ‚Max Ophüls Preis 2024 geht an Hannes Schilling für „Good News“‘, deutschlandradio.de, 2024
- Rouven Linnarz, ‚Good News‘, film-rezensionen.de, 2024
- Simin Sadeghi, ‚SR-Mediathek.de: Good News‘, sr-mediathek.de, 2024
- Podcast Vollbild, ‚Moralische Grauzone in „Good News“‘, deutschlandfunkkultur.de, 2024
- Maxi Braun: Good News, in EPD-Film, Ausgabe 5/25 S. 68-69.


