- Jetzt in der Mediathek! – Der Film „Haeberli“ - 26. April 2026
- Neun Fragen an Fanny Texier - 25. April 2026
- „A Woman’s Place Is Everywhere“ (2026) - 25. April 2026
Kurzfilm / Portugal, Frankreich / Fiktion / 2024
Filmkritik: Der Kurzfilm „Water Hazard“ (OT: „À Tona d’Água“) von Alexander David, der auf dem 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 den Dräxlmaier Internationalen Kurzfilmpreis erhielt, ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Sommerferien und die Suche nach der eigenen Identität.
Ein vorpubertäres Kind (Ada Costa) verbringt einen Sommerurlaub zusammen mit seinen Eltern und der kleinen Schwester (Evie Gomes) in einem Golfresort. Die Tage ziehen vorüber, es träumt von eigenen Tattoos und eines Tages begegnet das Kind einem fremden Mann, der seine Neugierde weckt.
In seinem 24-minütigen Coming-of-Age-Kurzfilm beschäftigt sich der Regisseur und Drehbuchautor Alexander David, der zusammen mit Tiago Siopa das Drehbuch geschrieben hat, mit der Identitäts- und Geschlechtssuche von Kindern. Er möchte zeigen, dass es auch transsexuelle Kinder gibt, deren Umwandlung nicht problematisch oder kritisch aufgenommen wird und bereits in frühen Jahren erkannt wird. Den Weg dorthin – das eigene Erkennen – fängt „Water Hazard“ auf etwas mysteriöse Weise ein. Das Schlüsselmoment ist die Begegnung mit dem Fremden und das Beschäftigen mit dem eigenen Körper, wozu auch die Suche nach einem
passenden Tattoo gehört. Darüber hinaus ist der Film auch ein gelungenes Portrait eines entspannten Sommers als Kind. Wenn man diesen Film sieht, der konsequent die Perspektive der Erwachsenen ausschließt, fühlt man sich an seine eigene Kindheit erinnert: Das Gefühl, mit den Eltern an einen unbekannten Ort zu reisen, die Zeit verstreichen lassen zu können und die Trägheit eines heißen Sommers zuzulassen, fängt der Regisseur in schönen, aber authentischen Bildern ein. Das Golfresort ist dafür ein perfekter Ort. Auch beim Spiel aller Darstellenden stand Realismus im Vordergrund und so begeistert vor allem die junge Hauptdarstellerin Ada Costa, die wunderbar die gesamte Bandbreite der Gefühle ihrer Figur zum Ausdruck bringt.
Fazit: „Water Hazard“ ist ein Coming-of-Age-Kurzfilm von Alexander David, der nicht nur perfekt sommerliche Feriengefühle von Kindern einfängt, sondern sich auf subtile Art und Weise auch mit Geschlechterfragen im jungen Alter beschäftigt. Authentisch inszeniert und gespielt ist man als Zuschauende schnell involviert und verfolgt mit Neugierde den Fortgang der Geschichte.
Bewertung: 7/10
Trailer zum Kurzfilm „Water Hazard“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 25. Landshuter Kurzfilmfestival 2025 – Katalog (Programm ‚Internationaler Wettbewerb‘)
- Doreen Kaltenecker, ‚Sechs Fragen an Alexander David‘, testkammer.com, 2025