„Living Stones“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Kurzfilm / Ungarn / Fiktion / 2025

Filmkritik: Der ungarische Kurzfilm „Living Stones“ (OT: „Élő kövek“) des Regisseurs Jakob Ladányi Jancsó, der im ‚Berlinale Shorts‘-Programm der 75. Berlinale 2025 seine Weltpremiere feierte, ist eine Geschichte über Traumata und Therapie. 

Natasa (Lilla Kizlinger) befindet sich nach ihrem letzten Suizidversuch in Therapie. Die intensiven Gespräche mit ihrem Therapeuten () scheinen nicht zu helfen, um an ihr tiefsitzendes Trauma heranzukommen. Erst als sie die Pferdetherapie beginnt, beginnt sie, sich zu öffnen. Auch ihrem Therapeuten gegenüber, so dass die Grenze des Verhältnisses zwischen Arzt und Patientin überschritten wird. 

Der Regisseur und Drehbuchautor Jakob Ladányi Jancsó erzählt nach einem eigenen Drehbuch, was er zusammen mit Anna Emília Szűcs und Zsófia Ruttkay entwickelt hat, die Geschichte aus einer therapeutischen Klinik. Mit wenigen Szenen fängt er dabei die Therapiestunden der jungen Frau ein, die zwar über ihre Träume spricht, aber nicht zum eigentlichen Trauma vorstoßen kann. Der Regisseur arbeitet dabei mit dem Ungesagten – den

Lilla Kizlinger

Zwischenräumen und -tönen. Wie es Natasa (überzeugend von Lilla Kizlinger verkörpert) geht, erfährt das Publikum nicht richtig. Ihre Teilnahmslosigkeit lässt keine Nähe zu. Auch der Therapeut, sein Vorgehen und die spätere Annäherung an die Patientin bleiben für das Publikum unklar. Der Film wurde in einem sehr langsamen Erzähltempo mit langen Einstellungen gedreht. Die Farbpalette ist gedämpft und die Settings sind authentisch. Dann endet der Film plötzlich drastisch und hinterlässt Leerstellen und Fragen. 

Fazit: „Living Stones“ ist ein Kurzfilm-Drama von Jakob Ladányi Jancsó, der sich darin exemplarisch mit Therapie und dem Weg zur Heilung beschäftigt. Doch er schlägt einen düsteren Weg ein, hinterfragt das System und hinterlässt nach der Sichtung mehr Fragen beim Publikum als eine klare Aussage zu transportieren.

Bewertung: 6/10

Trailer zum Kurzfilm „Living Stones“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

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