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Filmkritik: Der mittlerweile 29. Animations-Langfilm aus dem Hause Pixar „Elio“ (OT: „Elio“, USA, 2025) erzählt eine klassische Abenteuergeschichte, bei der der Held am Ende zu sich selbst und was ihm wichtig ist findet. Das Regisseur:innen-Triple Domee Sho, Madeline Sharafian und Adrian Molina schuf so den ersten Sci-Fi-Film im Pixar-Universum.
Nachdem er seine Eltern verloren hat, wächst der junge Elio Solís (gesprochen im Original von: Yonas Kibreab) bei seiner Tante Olga (Zoe Saldana) auf. Diese arbeitet beim Militär und hat immer davon geträumt, Astronautin zu werden. Elio teilt ihre Begeisterung fürs Weltall, vor allem weil er gerne von Außerirdischen entführt werden will. Er hofft, dass dort alles besser ist, als hier auf der Erde ohne seine Eltern. Als sein Traum eines Tages wahr wird, weiß er noch nicht, dass ihm ein gefährliches Abenteuer, neue Freundschaften und auch Sehnsucht nach seinem Zuhause bevorstehen.
Der 29. Film aus dem Hause Pixar ist die erste Geschichte, die (zum Teil) im Weltraum spielt. Auch in diesem Pixar-Film geht es um einen jungen Helden, der aufgrund eines schweren Verlustes seinen Weg erst noch finden muss. Der Regisseur Adrian Molina hatte die Idee für eine Geschichte über einen Jungen, der sich nicht wohl auf der Erde fühlt und deswegen gerne von Aliens entführt werden möchte. In der ersten Version war Elio
auch noch keine Waise, was aber beim Testpublikum nicht sehr gut ankam. Mit einer tragischen Backstory wurde zum einen die Flucht von der Erde verständlicher und es konnte ein weiteres Thema eingebaut werden. Die Tante Olga, welche von jetzt auf gleich die Eltern ersetzen muss, bekommt hier auch genügend Raum, um ihre Perspektive auf die Situation zu geben. Auch wenn Molina aus Termingründen das Projekt verließ, stecken seine Ausgangsideen in dem Drehbuch von Julia Cho, Mark Hammer und Mike Jones. Die beiden Regisseurinnen Domee Shi („Rot“ (2022)) und Madeline Sharafian übernahmen den Regie-Stuhl und schufen den ersten Sci-Fi-Pixar-Film. Wie in allen Filmen dieser Art geht es um Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, den Mut, seine Gefühle und Gedanken auszusprechen und was das Wort Familie bedeuten kann. Kombiniert ist das hier mit gelungener Buddy-Weltraum-Action samt ein paar unheimlichen Szenen und scheinbar übermächtigen Feinden. Wie zu erwarten, löst sich, auch passend für Kinder ab sechs Jahre, alles in Wohlgefallen auf. Die Geschichte über Einsamkeit findet so zu einem schönen Ende und kann jenen, die wenig Freunde oder Kontakte haben, auch Mut spenden, dass es nicht immer so bleiben wird.
Inszeniert ist das in einem ansprechenden Pixar-3D-Look. Dabei stellte sich über die letzten Filme ein Stil heraus, den man auch in Filmen wie „Onward – Keine halben Sachen“ (2020) und „Rot“ (2022) wiedererkennt. Mit einer gewissen Knubbligkeit,
aber viel Fantasie wurden hier die Weltraum-Welten geschaffen. Besonders gelungen ist die vielfältige Darstellung von Aliens, die hier friedlich miteinander kooperieren und existieren. Auch der stimmungsvolle Einsatz von Elementen aus dem Genre ist optisch gelungen. Sofort schließt man den raupen-ähnlichen Glordon ins Herz. Hier spielt der Film gekonnt mit der Weichheit des natürlichen Aussehens, mit der Härte des metallenen Panzers. Im Original werden die Figuren u.a. von bekannten Sprecher:innen wie Zoe Saldana, Brad Garrett (Serie „Allen lieben Raymond“ (1996-2005)), Brendan Hunt und Matthias Schweighöfer eingesprochen. Doch auch die deutsche Synchronisation funktioniert gut. Abgerundet von einem klassischen Abenteuer-Score ist der Film ein charmanter Coming-of-Age-Film als Weltraum-Abenteuer und findet damit sicherlich Anklang, auch wenn er sich nicht wie „Alles steht Kopf 2“ (2024) von der anderen Pixar-Filmen genug abzuheben weiß.
Fazit: „Elio“ ist der neuste Pixar-Film, der die Geschichte eines einsamen, traurigen Jungen mit einem Weltraumabenteuer verbindet. Dabei spielt der Film gekonnt mit bekannten Sci-Fi- und Coming-of-Age-Elementen und wurde so zu einem zwar nicht aus der Masse solcher Filme herausstechenden, aber äußerst liebenswerten Animationsfilm.
Bewertung: 7,5/10
Kinostart: 19. Juni 2025
Streaming: unbekannt
Trailer zum Film „Elio“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- Frank Arnold: Elio, in: EPD Film, Ausgabe 7/25, S.66.
- Elio, in Podcast: Pop Culture Happy Hour, 23.06.2025.
- Filmkritik: „Elio“, in Podcast: Radio 3 Film aktuell, 18.06.2025.
- Elio / Von Pixar, Waisen und Aliens, in Podcast: Der Tele-Stammtisch – Der Film- und Serienpodcast, 17.06.2025.
- Kann 28 Years Later an seine Vorgänger anknüpfen?, in Podcast: CinePie, 19.06.2025.
- Wikipedia-Artikel über den Film „Elio“
- Alexander Soyez, ‚„Elio“: Pixars neuer Animations-Spaß mit liebenswerter Figur‘, ndr.de, 2025