„Ordinary Life“ (2025)

Martin Jahn
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Kurzfilm / Frankreich, Japan / Animation / 2025

Filmkritik: Der japanische Kurzfilm „Ordinary Life“ (OT: „普通の生活“) von Yoriko Mizushiri hat auf der 75. Berlinale 2025 den Silbernen Bären ‚Preis der Jury‘ in der Sektion ‚Berlinale Shorts‘ gewonnen und ist ein Animationsfilm, der sich mit dem alltäglichen Leben beschäftigt.

Eine Frau beobachtet durch Jalousien das Leben vor ihrem Fenster. Dabei wiederholen sich die Abläufe und ab und zu erregen Details ihre Aufmerksamkeit. 

Das Leben ist ein uniformer Trott. Die Tage ähneln einander sehr und einzig in den Details gibt es Unterschiede. Mit einfach gehaltenen Animationen zeigt uns die japanische Regisseurin Yoriko Mizushiri die Einförmigkeit eines Alltags, in dem es wenig Aufregung und Abwechslung gibt. In diesem Trott schweifen die Gedanken ab und es ist nicht immer klar, was in der Vorstellung stattfindet oder was real ist. Erst eine Berührung ermöglicht es, den Unterschied zu erkennen. Langsame Kamerabewegungen und sphärische Klänge unterstützen den Eindruck der Wiederholung. Kurze Begegnungen und fühlbare Details zeigen aber auch die Freude, die sich im Alltag finden lässt. Obwohl der Film ruhig inszeniert wurde, versprühen die Bilder eine wohlige und warme Stimmung, was durch die pastellige Farbpalette zum Ausdruck gebracht wird. Der sanfte Score rundet den Kurzfilm ab, der sich gut in das Gesamtwerk der Kurzfilmregisseurin Yoriko Mizushiri einfügt. 

Fazit: Yoriko Mizushiris Kurzfilm „Ordinary Life“ bietet eindrücklich und entspannt eine Momentaufnahme des sich wiederholenden Alltags und seiner kleinen Variationen und zeigt, dass auch so etwas unspektakuläres wie der Alltagstrott schön sein kann. 

Bewertung: 7/10

Trailer zum Kurzfilm „Ordinary Life“:

geschrieben von Martin Jahn

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