„Im Osten was Neues“ (2025)

Doreen Kaltenecker
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Filmkritik: Die deutsche Dokumentation „Im Osten was Neues“ von Loraine Blumenthal, die auf dem DOKFest München ihre Premiere feierte und auch auf der 2. Doxumentale 2025 in Berlin zu sehen war und dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, ist ein Blick in das ländliche Mecklenburg-Vorpommern anhand dreier Personen.

Die Fußballmannschaft FC Pio in Torgelow wird ehrenamtlich von Thomas „Eichi“ Eichstätt, der selbst eine Vergangenheit in der rechtsradikalen Szene hat, geleitet. Das Team besteht vor allem aus Spielern mit Migrationshintergrund, die es in den ländlichen Teil von Mecklenburg-Vorpommern verschlagen hat. Darunter sind Thomas, der bereits Frau und Kinder hat und sich Sorgen um seine Zukunft in Deutschland macht, und der junge Asad, der weniger an das Morgen denkt und dabei die eine oder andere Abzweigung zu einer positiven Zukunft verpasst. Auch das Training bei Eichi lässt er leider öfter ausfallen. Trotzdem engagiert sich der Familienvater von fünf Kindern auch für Asad, obwohl er selbst von seiner Arbeit im Verein nicht leben kann. 

Die 82-minütige Dokumentation von Loraine Blumenthal, die im Alter von 12 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern zog, begleitete über ein Jahr lang die Mitglieder des FC Pio. Dabei konzentrierte sie sich auf drei Personen. Auf den Verein ist sie durch eine Recherche für ein mögliches Projekt über Menschen mit Migrationshintergrund, die auf dem Land im Osten leben, aufmerksam geworden. Besser gesagt auf Thomas Eichstätt, der von sich aus auf sie zugekommen ist und das Projekt so befeuert hat. Seine Offenheit, wie er über seine rechtsextreme Vergangenheit, aber auch über den Kipppunkt und die Hürden redet, die er jetzt bezwingen muss, bilden das Herzstück des Films. Schön ist aber, dass sie mit Thomas und Asad noch zwei weitere Perspektiven eingebaut hat. Beide stehen an einem anderen Punkt in ihrem Leben und stellen sich die Frage, wie es weitergehen wird. Während Asad eher kurzfristig denkt und sich über eine versaute Frisur mehr ärgert, macht sich Thomas vor allem wegen seiner Familie Sorgen um die Zukunft. Da es sich um eine Momentaufnahme aus ihrem Leben handelt, sind am Ende des Films nicht alle Fragen geklärt. Doch die Zuschauenden haben einen Einblick in die teils schwierigen Situationen im ländlichen Osten erhalten. Durch ihre Dokumentation erweitert Blumenthal den Blick und zeigt, dass oberflächliche Einschätzungen auch falsch sein können. Die Geschichte der Wandlung Eichstätts ist ein Licht in der Dunkelheit, auch wenn man das Gefühl hat, dass die ganze Welt eher sich gerade in die andere Richtung bewegt. 

Fazit: „Im Osten was Neues“ ist eine Dokumentation von Loraine Blumenthal, die in einer kleinen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern drei Menschen, die alle im selben Fußballverein tätig sind, in ihrem Alltag begleitet. Die unterschiedlichen Perspektiven, die Offenheit der Protagonisten und wie nah die Kamera ihnen kommt, machen den Dokumentarfilm sehenswert.  

Bewertung: 6,5/10

Kinostart: 13. November 2025

Trailer zum Film „Im Osten was Neues“:

geschrieben von Doreen Kaltenecker

Quellen:

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