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Filmkritik: Die deutsche Dokumentation „Der Tod ist ein Arschloch“ von Michael Schwarz, der auf dem 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 seine Premiere feierte und im Programm der 2. Doxumentale 2025 lief, begleitet die Mitarbeiter:innen eines Berliner Beerdigungsinstitut, das einen anderen Ansatz als klassische Unternehmen verfolgt und dem Publikum zeigt, wie es auch sein kann, sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen.
Der ehemalige Musikmanager Eric Wrede stand vor einigen Jahren an einer Weggabelung in seinem Leben und entschied, seine bisherige Profession hinter sich zu lassen und Bestatter zu werden. Mit seinen Kolleg:innen arbeitet er im Berliner Beerdigungsinstitut ‚Lebensnah‘, das einen anderen Ansatzpunkt als die klassischen Bestattungsunternehmen wählt. Dabei geht es ihnen um eine persönliche Begleitung, offene Gespräche sowie eine aktive Trauerbegleitung. Das Bestattungsunternehmen bietet zudem auch individuelle Abschiedsrituale an und die Mitarbeiter:innen lassen sich stets auf die Wünsche der Sterbenden und deren Angehörigen ein. Sie folgen damit einem neuen Konzept in ihrem Metier und zeigen, dass der Abschied am Ende auch anders aussehen kann.
Die knapp 80-minütige Dokumentation konfrontiert die Zuschauer:innen mit ihrer eigenen Sterblichkeit und schafft es, dass man sich ganz automatisch die Frage stellt, wie man sich selbst das Ende – im Speziellen die eigene Beerdigung – vorstellt. Doch das ist nur ein Nebenprodukt dieser Dokumentation, in welcher der Regisseur Michael Schwarz und sein Kameramann Alexander Griesser das Berliner Beerdigungsinstitut bei ihrer Arbeit begleitet haben. Dabei erlebt man die Vorgespräche ebenso wie seelsorgerische Nachgespräche und unterschiedliche Beerdigungszeromien. Die Mitarbeiter:innen, allen voran Eric Wrede, sind so sympathisch, dass man sie und was sie tun schnell ins Herz geschlossen hat. bringen sie eine gewisse Leichtigkeit mit, obwohl die Themen so ernst sind.
Als Zuschauende ist man gerührt von deren Anteilnahme und kommt bei Gabis Beerdigung selbst kaum umhin, ein paar Tränchen zu verdrücken, obwohl man sie nur über die kurze Zeitspanne des Films kennengelernt hat. Die Dokumentation, die sich aus beobachtenden Szenen und Interviews zusammensetzt, zeigt auf wunderbare Weise, dass man sich mit dem Thema beschäftigen darf und sollte. Auf diese Art und Weise verliert das unausweichliche Ende etwas an Schrecken und zeigt, wie viel Liebe auch im Abschied stecken kann.
Fazit: „Der Tod ist ein Arschloch“ ist eine Dokumentation von Michael Schwarz, die ein Berliner Beerdigungsinstitut, ihren anderen Ansatz und ihre Mitarbeiter:innen portraitiert. Dabei zeigt der Film, dass das Ende zwar verständlicherweise traurig ist, aber es kein Schrecken sein muss. Mit viel Herz, Sympathie und einem offenen Ohr schaffen es Eric Wrede und seine Kolleg:innen, das Beerdigen in ein anderes Licht zu rücken.
Bewertung: 8/10
Kinostart: 27. November 2025
Trailer zum Film „Der Tod ist ein Arschloch“:
geschrieben von Doreen Kaltenecker
Quellen:
- 46. Filmfestival Max Ophüls Preis 2025 – Katalog (Programm ‚Wettbewerb Dokumentarfilm‘)
- Eintrag des Films „Der Tod ist ein Arschloch“ beim Produzenten Nachtschwärmer Film
- Eintrag des Films „Der Tod ist ein Arschloch“ bei der Deutschen Film- und Medienbewertung
- Victoria Andreev, ‚Der Tod ist ein Arschloch‘, youtube.com, 2025